Rare Earths im Höhenflug: Chinas Exportrestriktionen treiben Preise
Die globalen Märkte sehen sich weiterhin mit steigenden Preisen für seltene Erden konfrontiert, maßgeblich beeinflusst durch Chinas Exportbeschränkungen. Diese 17 Metalle, unverzichtbar für Branchen von der Automobil- bis zur Rüstungsindustrie, erlebten im dritten Quartal einen Preiszuwachs von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Diese Zahlen liefert die neue Ausgabe des Rohstoffpreisindexes der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). Bereits im zweiten Quartal wurde eine Preissteigerung von 8,9 Prozent verzeichnet, was die kontinuierliche Preisentwicklung deutlich macht. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, warnte vor der Abhängigkeit von China und drängte auf eine Diversifizierung der Bezugsquellen.
Zwischenzeitlich haben Gespräche zwischen Xi Jinping und Donald Trump zu einer Suspendierung der chinesischen Exportkontrollen geführt, eine grundsätzliche Einigung im Handelskonflikt steht jedoch noch aus. Die Exportkontrollen für sieben seltene Erden wurden seitens Chinas als Antwort auf drohende Strafzölle aus den Vereinigten Staaten eingeführt und gegen Herbst nochmals verschärft. Mit China, das schätzungsweise zwei Drittel der weltweiten Förderung und 90 Prozent der Aufarbeitung seltener Erden kontrolliert, rücken die Bestrebungen der USA und der EU, diese Abhängigkeit zu verringern, verstärkt in den Fokus. Experten zweifeln allerdings daran, dass eine umfassende Umstrukturierung der Bezugswege kurzfristig realisierbar ist.
Neben den seltenen Erden, deren Preisanstieg deutlich spürbar ist, erhöhten sich im dritten Quartal auch die Preise für Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin um 12,6 Prozent. Brossardt weist auf eine zunehmende Risikoscheu der Investoren hin, die verstärkt in als sicher geltende Wertanlagen wie Gold flüchten.

