Quartalszahlen der US-Großbanken: Gewinne über Erwartungen, aber gemischte Börsenreaktionen
Der florierende Handel mit Aktien und Anleihen hat mehreren US-Banken im dritten Quartal überraschend hohe Gewinne beschert. Die Bankriesen JPMorgan Chase, Citigroup und Goldman Sachs übertrafen mit ihren veröffentlichten Ergebnissen die Prognosen der Analysten. Wells Fargo hob zudem ihr mittelfristiges Renditeziel an. An den Finanzmärkten wurden diese Neuigkeiten jedoch unterschiedlich aufgenommen.
Im frühen Handel an der New Yorker Wall Street verzeichnete die JPMorgan-Aktie einen Verlust von fast zwei Prozent, wobei die Aktie von Goldman Sachs mit einem Rückgang von fast zweieinhalb Prozent eine noch schlechtere Performance zeigte. Hingegen konnte das Papier der Citigroup um mehr als ein Prozent zulegen. Besonders erfreulich gestaltete sich der Börsentag für Wells Fargo, deren Aktie um mehr als sechs Prozent anstieg.
JPMorgan verzeichnete im Zeitraum von Juli bis September einen Gewinnanstieg von fast zwölf Prozent und erwirtschaftete knapp 14,4 Milliarden US-Dollar. Besonders der Anleihenhandel und der Aktienhandel legten stark zu. Aufgrund der gestiegenen Zinseinnahmen erhöhte Bankchef Jamie Dimon die Jahresprognose für den Zinsüberschuss auf rund 95,8 Milliarden Dollar. Trotz der guten Zahlen äußerte Dimon jedoch Bedenken hinsichtlich geopolitischer Unsicherheiten und ökonomischer Herausforderungen.
Bereits am Vortag hatte JPMorgan angekündigt, in den kommenden zehn Jahren 1,5 Billionen Dollar in die USA zu investieren, um die nationale Widerstandsfähigkeit zu stärken. Davon plant JPMorgan, zehn Milliarden Dollar direkt zu investieren.
Goldman Sachs konnte im dritten Quartal einen Gewinn von 4,1 Milliarden Dollar erzielen, ein Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei profitierte die Bank von hohen Einnahmen aus Wertpapierhandel sowie von Aktivitäten im Bereich Übernahmen und Börsengänge, was die Erträge auf fast 15,2 Milliarden Dollar steigerte.
Auch Citigroup meldete starke Ergebnisse. Mehrere Geschäftssparten verzeichneten Rekorderträge, was zu einem Gewinn von 3,75 Milliarden Dollar führte. Dies entspricht einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz gestiegener Kosten aus Personalaufwendungen und dem Verkauf von Privatkundenanteilen in Mexiko konnte die Bank ihre Erträge deutlich steigern.
Wells Fargo verzeichnete einen Quartalsgewinn von 5,6 Milliarden Dollar und erfüllte damit die Analystenerwartungen. Bankchef Charlie Scharf kündigte erhöhte Ertragsziele an, wobei die Rendite auf das materielle Eigenkapital mittelfristig auf 17 bis 18 Prozent steigen soll. Diese Entwicklungen führten zu gemischten Börsenergebnissen: Während einige Papiere zulegen konnten, zeigten andere Kursverluste.

