Powell unter Beschuss: Trump erhöht Druck auf US-Notenbank
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat erneut scharfe Kritik an der Führung der US-Notenbank geübt, speziell an deren Vorsitzenden Jerome Powell. In einer Serie von Kommentaren über die Plattform Truth Social äußerte er erneut seinen Unmut über Powell und drückte seine Forderung aus, der Zentralbankrat möge stärkeren Einfluss nehmen, falls der Wunsch nach einer deutlichen Zinssenkung weiterhin ignoriert werde.
Interessanterweise war bei der jüngsten Sitzung des Zentralbankrats ein abweichendes Abstimmungsverhalten zu beobachten. Während sich die Mehrheit dafür aussprach, den Leitzins unverändert zu belassen, traten zwei Mitglieder - Michelle Bowman und Christopher Waller - für eine Senkung ein, eine ungewöhnliche Meinungsverschiedenheit innerhalb der sonst geschlossenen Riege der Fed.
Unter Marktbeobachtern gibt es Spekulationen über mögliche Veränderungen im Konsens des zentralen Entscheidungsgremiums. Vor allem Waller, der als Trumps Verbündeter gilt, könnte eine wichtige Rolle spielen. Trump hat Waller, neben Finanzminister Scott Bessent, als möglichen Kandidaten für Powells Nachfolge im Blick, was den Druck auf Powell weiter erhöhen könnte.
Ungeachtet der politischen Angriffe hält die Fed am stabilen Leitzins fest, der bei einer Spanne zwischen 4,25 und 4,5 Prozent bleibt. Obgleich Trump damit gedroht hat, Powell zu entlassen, ist eine solche Maßnahme rechtlich kompliziert und bisher nicht eindeutig geklärt. Jedenfalls läuft Powells aktuelle Amtszeit im kommenden Mai aus.

