Politische Spannungen um die Zukunft des Gazastreifens nehmen zu
Die politische Lage rund um den Gazastreifen sorgt für intensive Diskussionen, da Berichten zufolge eine vollständige Einnahme des Gebietes durch die israelische Armee erwogen wird. Medien berichten, dass dieser Prozess bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen könnte. Diese Überlegungen sollen im Vorfeld einer möglichen Entscheidungsfindung des israelischen Sicherheitskabinetts stehen.
Aktuell kontrolliert Israel etwa drei Viertel des weitgehend zerstörten Gazastreifens, in dem etwa zwei Millionen Menschen leben. Die Verhandlungen über eine erneute Waffenruhe sowie die Freilassung der verbliebenen Geiseln in der Gewalt der Hamas sind gescheitert. Daher neigt der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu Berichten zufolge zu einer vollständigen Einnahme der Region.
Die Armee und Teile der Opposition warnen jedoch vor den Risiken dieses Vorhabens. Eine Eroberung von Gaza-Stadt und den zentralen Flüchtlingsvierteln könnte hohe Verluste für die Armee bedeuten, das Leben der Geiseln gefährden und die humanitäre Notlage der palästinensischen Zivilbevölkerung weiter verschlechtern. Generalstabschef Ejal Zamir plädiert für alternative Maßnahmen: Eine Blockade der verbleibenden Gebiete kombiniert mit gezielten Razzien und Luftangriffen gegen Hamas und den Islamischen Dschihad könnten effektiver sein.
Ob das israelische Sicherheitskabinett am Abend eine finale Entscheidung trifft, bleibt abzuwarten. Zudem ist unklar, ob nach einer vollständigen Einnahme des Gazastreifens den Forderungen einiger ultrarechter Minister nach einer Wiederbesiedlung des Gebiets und Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung nachgegeben würde.

