Iran drosselt Internet: Proteste treiben Regierung zu drastischen Maßnahmen

Der Iran hat angesichts einer neuen Protestwelle erneut zu drastischen Mitteln gegriffen und den Internetzugang erheblich eingeschränkt. Nach Angaben des IT-Unternehmens Cloudflare kam es am Samstag zu einem spürbaren Rückgang des Web-Traffics um etwa ein Drittel. Auch am Sonntagmorgen war das Datenvolumen noch um circa 15 Prozent niedriger als unter normalen Umständen. In sozialen Netzwerken häuften sich die Berichte iranischer Bürger über erhebliche Störungen im Netz.
Bereits in der Vergangenheit nutzte die iranische Führung Internetbeschränkungen, um die Kommunikationsmöglichkeiten während bedeutender Massenproteste zu minimieren – so geschehen unter anderem in den Jahren 2009, 2019 und 2022. Auch während israelischer Militärangriffe im Juni des Vorjahres wurden der Internetzugang teils drastisch reduziert, in einigen Fällen vollständig unterbrochen. Lediglich ausgewählte iranische Webseiten blieben zugänglich.
Die Einschränkung des Internets verfolgt laut Beobachtern zwei wesentliche Ziele: Zum einen erschwert sie es Demonstranten erheblich, sich zu organisieren. Zum anderen dient sie der Kontrolle der Veröffentlichung von Berichten, Bildern und Videos über die anhaltenden Unruhen. Die Proteste, die ihre Wurzeln in einer akuten Wirtschaftskrise und einer extrem hohen Inflation haben, dauern mittlerweile schon über eine Woche an.

