Spionage

Polens Geheimdienst fasst acht mutmaßliche Saboteure

21. Oktober 2025, 13:21 Uhr · Quelle: dpa
Polens Geheimdienst verhaftete acht Personen, die Sabotage an Militär- und Infrastrukturzielen planten. Rumänische Behörden halfen bei der Aufdeckung von Sprengstoffsendungen.

Warschau/Bukarest (dpa) - Polens Geheimdienst hat acht Personen wegen des Verdachts auf geplante Sabotage festgenommen. Die Verdächtigen seien in den vergangenen Tagen in verschiedenen Landesteilen gefasst worden, teilte Regierungschef Donald Tusk auf X mit. An der Aktion waren auch Rumäniens Sicherheitsbehörden beteiligt.

Nach Angaben von Geheimdienstkoordinator Tomasz Siemoniak sollen die Verdächtigen Militärobjekte und Teile der kritischen Infrastruktur ausgekundschaftet haben. Außerdem hätten sie Mittel zur Ausführung von Sabotageakten und Anschlägen vorbereitet. 

Sendungen mit Sprengstoff vorbereitet

Wie Siemoniaks Sprecher sagte, gehöre zu den Verdächtigen auch ein 21-jähriger Ukrainer, der am 16. Oktober festgenommen wurde. Der Mann hat demnach in einem Warenlager unweit von Warschau gearbeitet. Seine beiden ukrainischen Komplizen wurden in Rumänien gefasst.

In einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft hieß es, der 21-Jährige werde verdächtigt, gemeinsam mit anderen Personen Aufträge der russischen Geheimdienste ausgeführt zu haben. Diese hätten darin bestanden, Sendungen mit Zündern und chemischen Substanzen, die einen Brand oder eine Explosion verursachen könnten, vorzubereiten und in die Ukraine zu senden. Diese Sendungen seien noch vor der Explosion von den rumänischen Behörden abgefangen worden. 

Die zwei in Rumänien gefassten Ukrainer hätten bei der Bukarester Vertretung der größten ukrainischen Kurierfirma, Nova Post, zwei Pakete mit Sprengsätzen abgegeben, berichtete der rumänische Inlandsgeheimdienst SRI. Die Männer seien vorher von Polen aus nach Rumänien eingereist. Man habe diese Bomben rechtzeitig entschärfen können. Die Sprengsätze aus Thermit und Bariumnitrat seien als Auto-Bestandteile oder Kopfhörer getarnt gewesen und hätten ferngesteuert gezündet werden können. Die beiden Tatverdächtigen hätten wie mutmaßliche Geheimdienstprofis agiert, schrieb der SRI weiter. Die Ermittlungen dazu würden fortgesetzt.

Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Die Regierung in Warschau wirft den Geheimdiensten Russlands und seines Verbündeten Belarus vor, viele Agenten ins Land zu schicken und Saboteure anzuwerben. Der Sprecher des Geheimdienstkoordinators sagte, allein in den vergangenen Monaten seien 55 Personen gefasst worden, die im Auftrag russischer Geheimdienste zum Schaden Polens gehandelt hätten.

Geheimdienste / Innere Sicherheit / Konflikte / Krieg / Polen / Rumänien
21.10.2025 · 13:21 Uhr
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