Polen zieht positive Bilanz nach Grenzkontrollen zu Deutschland
Polen zeigt sich zufrieden nach dem ersten Tag der neu eingeführten Grenzkontrollen zu Deutschland und meldet einen störungsfreien Ablauf. "In den ersten 24 Stunden gab es keine ernstzunehmenden Zwischenfälle in Zusammenhang mit den Maßnahmen", so der Sprecher der polnischen Grenzschutzbehörde, Konrad Szwed, gegenüber der Nachrichtenagentur PAP. Der Verkehr an den Übergängen bewegte sich ohne größere Hindernisse, während insgesamt 4.400 Personen und 700 Fahrzeuge kontrolliert wurden.
Einreiseprobleme gab es für einen syrischen Staatsbürger, dem die Einreise nach Polen verweigert wurde. Trotz einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland konnte er keinen Reisepass vorlegen. An einem anderen Grenzübergang, Zgorzelec-Görlitz, schickten Bundespolizisten zwei usbekische Staatsangehörige nach Polen zurück, da Zweifel an der Authentizität ihrer von Litauen ausgestellten Aufenthaltsgenehmigungen bestanden. Die Ermittlungen zu diesem Fall sind derzeit noch im Gange.
Die polnische Regierung, angeführt von der Mitte-Links-Koalition, überwacht derzeit 52 Grenzübergänge zu Deutschland und 13 zu Litauen. Diese Kontrollen wurden als Reaktion auf die deutschen Grenzkontrollen aufgelegt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU hatte bereits seit seinem Amtsantritt im Mai verstärkte Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze zur Eindämmung irregulärer Migration eingeführt. Zudem erteilte er die Weisung, dass künftig auch Asylsuchende an der Grenze zurückgewiesen werden können, was in Polen für Kritik sorgte.

