Polen warnt vor russischen Desinformationskampagnen nach Drohnenvorfall
Regierungschef Donald Tusk hat nach dem Eindringen mehrerer russischer Drohnen in den polnischen Luftraum eindringlich vor Moskaus Desinformationsbemühungen gewarnt. Er betonte, dass die Verbreitung solcher Propaganda in der aktuellen geopolitischen Situation als unmittelbare Gefahr für die Sicherheit des Landes zu betrachten sei.
Unterstützt wurde Tusk von Polens Digitalisierungsministerium, das ebenfalls auf die drohende Gefahr von Desinformation im Internet hinwies. Es veröffentlichte eine Liste mit Narrativen, die von russischen und belarussischen Quellen verbreitet werden. Diese umfassen unter anderem die Behauptung, die Ukraine wolle Polen – ein EU- und NATO-Mitglied – in den Krieg mit Russland hineinziehen. Solche Geschichten seien als russische Propaganda zu erkennen, die Verwirrung und Furcht unter der Bevölkerung schüren soll, so das Ministerium.
In der Nacht zum Mittwoch hatten mindestens 19 unbemannte Flugobjekte den polnischen Luftraum durchquert. Zum ersten Mal reagierten darauf sowohl die polnische Luftwaffe als auch NATO-Truppen stationiert in Polen mit dem Abschuss der Drohnen. Laut dem polnischen Innenministerium wurden bislang die Trümmer von 16 dieser Drohnen geborgen.

