Planänderung beim diplomatischen Austausch: Johann Wadephuls China-Reise verschoben
Außenminister Johann Wadephul hat seine geplante Reise nach China kurzfristig vertagt. Der Besuch, ursprünglich für Montag und Dienstag angesetzt, wurde aufgrund unzureichender Terminbestätigungen Pekings verschoben, wie die Sprecherin des Auswärtigen Amts bekanntgab. Ohne das Treffen mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi seien keine weiteren Gesprächstermine durch Peking bestätigt worden.
Die in den kommenden Tagen geplante Reise hätte zahlreiche wichtige Themen umfasst, die die Bundesregierung mit der Volksrepublik besprechen wollte. Trotz der aktuellen Diversifizierungsstrategien der deutschen Wirtschaft und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt die Kooperation mit China von Bedeutung. Gerade Handelsbeschränkungen in den Bereichen der seltenen Erden und Halbleiter bereiten deutschen Unternehmen zunehmend Kopfzerbrechen.
In Bezug auf globale Sicherheit unterstrich die Sprecherin die enge Verbindung zwischen Asien und Europa. Insbesondere hegt Deutschland die Hoffnung, dass China zu einem gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine beiträgt, da Peking immensen Einfluss auf Russland hat. Die Bundesregierung bedauert, dass es nun kurzfristig keine Möglichkeit zu einem persönlichen Austausch gibt, jedoch ist ein ausführliches Telefongespräch zwischen Wadephul und seinem chinesischen Amtskollegen in Planung.
Parallel dazu kritisierte Peking die Haltung der Bundesregierung in der Taiwan-Frage. Die Forderung Deutschlands nach Wahrung des Status quo und die unklare Ablehnung der taiwanischen Unabhängigkeit stießen in China auf Missfallen. Peking forderte eine deutliche Position zugunsten des Ein-China-Prinzips.
In letzter Zeit haben vor allem Pekings Exportkontrollen auf seltene Erden und die russisch-chinesischen Beziehungen das deutsch-chinesische Verhältnis belastet. Deutsche Unternehmen sind auf diese Rohstoffe angewiesen, und Chinas vermutete Unterstützung Russlands im Ukraine-Konflikt bleibt ein umstrittenes Thema.

