Pekings Regulierer im Fokus: Qualcomm gerät in Chinas Visier
Chinas Marktaufsicht hat den US-amerikanischen Chipgiganten Qualcomm ins Zentrum ihrer aktuellen Untersuchungen gestellt, in einem Schritt, der das anhaltende Kräfteverhältnis zwischen Peking und Washington weiter belasten könnte. Die Übernahme der israelischen Halbleiterfirma Autotalks durch Qualcomm steht dabei im Mittelpunkt. Geprüft wird eine eventuelle Verletzung des Anti-Monopolgesetzes, doch weitere Details dazu äußerte die Behörde vorerst nicht. Dies wirkte sich unmittelbar auf den Aktienkurs aus, der im vorbörslichen US-Handel zunächst fiel, später jedoch die Verluste auf 1,2 Prozent eindämmen konnte.
Die aktuelle Untersuchung seitens Chinas erfolgt in einer brisanten Phase der Handelsbeziehungen: Ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping wird am Rande des anstehenden Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Südkorea erwartet. Experten mutmaßen, dass China durch diese Maßnahmen seine Verhandlungsposition im Handelsstreit stärken möchte.
Neben den Untersuchungen gegen Qualcomm hat Peking weitere Maßnahmen ergriffen, darunter die Einführung zusätzlicher Hafengebühren, die Schiffe betreffen, die in den USA gebaut wurden oder unter US-amerikanischer Flagge verkehren. Diese Entscheidung spiegelt die Gegenseitigkeit wider, nachdem die USA ähnliche Restriktionen für chinesische Handelsschiffe angekündigt hatten.
Peking hat zudem seine Restriktionen auf die Ausfuhr von seltenen Erden verschärft, was nicht nur amerikanische Unternehmen trifft, sondern auch europäische Firmen unter Druck setzt. Diese Veränderungen in den globalen Lieferketten könnten die angespannte Lage zwischen internationalen Handelspartnern weiter verschärfen, so Jens Eskelund, Präsident der EU-Handelskammer in China. Die größte Sorge für europäische Unternehmen bleibt die Genehmigung ausstehender Exportlizenzen.

