Optimismus nach Treffen zwischen Trump und Selenskyj: Neue Friedensverhandlungen für die Ukraine
Nach einem wegweisenden Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Florida herrscht Optimismus. Auch Moskau äußerte sich positiv über die Verhandlungen, die mit großen Erwartungen behaftet sind. Donald Trump zeigte sich zuversichtlich, dass die Bemühungen, den seit vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg zu beenden, Fortschritte machen.
Bei der gemeinsamen Pressekonferenz sprach er von einem „grandiosen Treffen“ mit Selenskyj und einem „exzellenten Telefongespräch“ mit Wladimir Putin, dem russischen Präsidenten. Er gab an, dass 95 Prozent der offenen Fragen geklärt worden seien. Selenskyj, der von einer 90-prozentigen Kompletteurung des auf 20 Punkte reduzierten US-Friedensplans sprach, legte besonderen Wert auf die Errungenschaft, US-Sicherheitsgarantien für sein Land vollständig vereinbart zu haben. Diskrepanzen bestehen jedoch noch bei der Laufzeit dieser Garantien: Während die USA 15 Jahre vorschlagen, plädiert Kiew für eine Dauer von 30 bis 50 Jahren.
Um die erzielten Ergebnisse weiter voranzutreiben, plant Trump ein weiteres Telefonat mit Putin, dessen genaue Terminierung jedoch noch offen ist. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow könnte dieses Gespräch in den kommenden Tagen stattfinden. Die Diplomatie zwischen Washington und Moskau wird als Schlüssel zur Beendigung des Konflikts angesehen.
Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow betonte, dass Washington und Moskau die maßgeblichen Akteure für eine Lösung des Ukraine-Konflikts seien, während die Europäer und Selenskyj weiterhin eine passive Rolle einnehmen würden. Bevor jedoch auf höchster Ebene eine Einigung erzielt werden kann, stehen umfangreiche Beratungen von Arbeitsgruppen an.
Diese werden separat auf bilateraler Ebene durchgeführt, bei denen die USA mit beiden Konfliktparteien, Russland und der Ukraine, getrennt sprechen. Eine besondere Rolle spielen dabei Arbeitsgruppen, die sich um die schwierigen Details kümmern und sowohl amerikanische als auch russische Vertreter umfassen. Selenskyj kündigte zudem ein mögliches weiteres Treffen mit Trump im Januar an, bei dem auch europäische Verbündete teilnehmen sollen. Emmanuel Macron hat bereits angekündigt, ein weiteres europäisches Treffen in Paris zu organisieren, um ihre Beiträge zur Unterstützung der Ukraine festzulegen.
Ein ungelöster Knackpunkt in den Verhandlungen bleibt die Territorialfrage. Moskau fordert die vollständige Inbesitznahme des Gebiets Donezk, während die Ukraine dies ablehnt und allenfalls über eine demilitarisierte Zone verhandeln würde, wenn Russland seine Truppen ebenfalls zurückzieht. Auf konkrete Aussagen zu einer Friedenslösung verzichteten sowohl Trump als auch Selenskyj. Klar ist jedoch: Die Herausforderung besteht weiterhin, diplomatische Brücken über zahllose Differenzen hinweg zu schlagen.

