Ölpreise schwanken nach Impulsen aus Handelsgesprächen
Die Ölpreise sind am Freitag leicht zurückgegangen, nachdem sie am Vortag durch geopolitische Impulse in Aufwind geraten waren. Ein Barrel der Nordseesorte Brent für die Augustlieferung notierte zuletzt bei 65,13 US-Dollar – ein Minus von 21 Cent gegenüber dem Vortag. Parallel dazu sank der Preis für ein Barrel der US-Ölsorte WTI für die Juli-Lieferung um 26 Cent auf 63,11 Dollar.
Der Rückgang folgt auf Marktbewegungen, die durch ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping befeuert wurden. Dieses Gespräch hatte Spekulationen über eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den beiden Ländern ausgelöst, was den Ölpreisen Rückenwind verlieh.
Einfluss auf den Ölmarkt dürften nun aktuelle Konjunkturdaten gewinnen. Besonders im Fokus steht der US-Arbeitsmarktbericht, dessen Publikation am Nachmittag erwartet wird. Erste Anzeichen einer Abschwächung des Arbeitsmarktes in den USA haben sich bereits abgezeichnet, unter anderem durch den Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Die Entwicklung der Arbeitsmarktdaten hat eine hohe Relevanz für die Geldpolitik der US-Notenbank und wird daher auf den Finanzmärkten genau beobachtet.
Im Wochenverlauf ist allerdings eine Aufwärtsbewegung der Ölpreise zu beobachten: Seit Montag hat sich der Brent-Preis um mehr als einen Dollar pro Barrel erhöht. Gerüchte, dass Saudi-Arabien im Rahmen der Opec+ eine noch stärkere Erhöhung der Fördermenge anstreben könnte, übten zwischenzeitlich Druck auf die Preise aus. Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank bemerkte, dass laut einer Bloomberg-Umfrage einige Opec-Staaten die vereinbarte Produktionssteigerung nur teilweise umgesetzt haben. "Damit blieb die Produktionsausweitung etwas hinter dem beschlossenen Ausmaß zurück", kommentierte Fritsch.

