Ölpreise im Sinkflug: Trumps Handelskonflikt verschärft Marktunsicherheiten
Die jüngsten Entwicklungen auf dem internationalen Ölmarkt haben bedeutende Preisanpassungen nach sich gezogen. So sind die Ölpreise am Freitag erneut gefallen, nachdem der ehemalige US-Präsident Donald Trump Zweifel an einem geplanten Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping aufkommen ließ. Ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Dezember verbilligte sich um 2,11 US-Dollar auf 63,11 US-Dollar, während der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI um 2,21 Dollar auf 59,30 Dollar sank.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China bleibt weiterhin ein dominierendes Thema, das die Märkte in Atem hält. Trump äußerte auf seiner Plattform Truth Social, dass das geplante Gipfeltreffen in Südkorea nun unsicher sei, und setzte gleichzeitig erneut mit der Drohung erhöhter Zölle auf chinesische Produkte ein politisches Signal. China hatte zuvor seine Exportbeschränkungen für seltene Erden verschärft, was von Trump scharf kritisiert wurde.
Auch andere geopolitische Faktoren spielen eine Rolle im aktuellen Preisverfall. Die Entspannung im Nahen Osten und Befürchtungen eines Überangebots belasten die Preise weiter. Am Rohölmarkt haben mittlerweile die pessimistischen Stimmen die Oberhand gewonnen, so die Commerzbank-Expertin Barbara Lambrecht. Sie stellt fest, dass der Preis für Brent-Öl seit Jahresbeginn um über zwölf Prozent gesunken ist, was vor allem auf das gestiegene Ölangebot zurückzuführen ist. Länder des Opec+-Verbunds haben ihre Fördermengen in den letzten Monaten mehrfach erhöht.
Die Internationale Energieagentur warnt bereits vor einem Überangebot auf dem Weltmarkt. Neue Prognosen seitens Opec und IEA werden in der kommenden Woche erwartet, die weiteren Aufschluss über die künftige Marktentwicklung geben könnten.

