Ölpreise in Bewegung: Leichtes Plus trotz Belastungsfaktoren
Im internationalen Rohstoffhandel konnten die Ölpreise am Dienstag leicht zulegen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 23 Cent pro Barrel und erreichte einen Preis von 64,17 US-Dollar, während das amerikanische Pendant West Texas Intermediate (WTI) um 35 Cent auf 59,79 Dollar anstieg. Diese Bewegungen fanden in einem relativ engen Rahmen statt, da der Markt nach wie vor keine Eskalation des Grönlandstreits mit gegenseitigen Zöllen eingepreist hat.
Parallel dazu richteten sich alle Augen auf das Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos, das als potenzieller Schauplatz diplomatischer Bemühungen zur Entspannung der geopolitischen Lage zwischen den USA und der EU gilt. Marktbeobachter sehen eventuelle Fortschritte in diesen Gesprächen als mögliche Entlastung für die Ölpreise.
Nichtsdestotrotz bleibt das Überangebot an Öl ein präsentes Thema, wie mehrfach von der Internationalen Energieagentur prognostiziert. Ein zusätzlicher Einflussfaktor auf die Preise ist der schwächere US-Dollar, der durch die Handelsstreitigkeiten unter Druck geraten ist. Ein schwächerer Dollar kann den Rohstoffmarkt stimulieren, da in Dollar gehandelte Rohstoffe preiswerter werden und somit die Nachfrage ansteigen könnte.
Carsten Fritsch von der Commerzbank weist zudem auf Produktionsausfälle in Kasachstan hin. Im größten Ölfeld des Landes, Tengiz, kam es nach einem Feuer zu Unterbrechungen der Ölproduktion. Es wird erwartet, dass die Förderung Kasachstans auch im Januar nicht das im OPEC+-Abkommen festgelegte Niveau erreichen wird.

