Ölpreisentwicklung: Geopolitische Konflikte und Produktionsdefizite im Fokus

Die Ölpreise haben sich am Dienstag leicht erholt. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April notierte bei 69,34 US-Dollar, was einem Anstieg von 30 Cent gegenüber dem Vortag entspricht. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März legte um 17 Cent auf 64,53 US-Dollar zu. Nach den Kursbewegungen des Vortages haben sich die Ölpreise stabilisiert.
Im Mittelpunkt bleiben die Spannungen zwischen dem Iran und den USA, die weiterhin für Unsicherheit an den Märkten sorgen. Die laufenden Verhandlungen im Oman zeigen Fortschritte: So ist der Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats nach Oman gereist, um Verhandlungen zu führen. Gleichzeitig haben die USA am Montag amerikanische Schiffe angewiesen, bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus Abstand zur iranischen Grenze zu halten. Diese Entwicklung hatte den Ölpreisen zu Beginn der Woche Auftrieb verliehen. Seit Jahresbeginn haben die Spannungen zwischen den beiden Nationen die Ölpreise um etwa 10 Prozent steigen lassen. Im Falle eines US-Angriffs auf den Iran werden weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Region des Persischen Golfs befürchtet, da wichtige Schifffahrtsrouten betroffen sein könnten. Sollte sich der Konflikt jedoch entspannen, könnten laut Experten überschüssige Rohölbestände wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken und die Preise unter Druck setzen.
Zusätzlich zum Iran-Konflikt gibt es weitere Risiken für das Ölangebot. So prognostiziert der Commerzbank-Experte Carsten Fritsch, dass Kasachstan in diesem Monat 35 Prozent weniger Öl exportieren wird als geplant, da die Produktionssteigerung im Tengiz-Ölfeld bislang schleppend verläuft. Ein weiterer unterstützender Faktor für die Ölpreise ist Indiens angehende Abkehr von russischen Ölimporten.

