Nordea enttäuscht Anleger mit konservativem Renditeziel
Die nordische Bank Nordea hat bei Investoren Stirnrunzeln ausgelöst, als sie ihre Pläne für die zukünftige Kapitalrendite vorstellte. Trotz der Aussicht auf eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15 Prozent für die kommenden Jahre blieb die Botschaft hinter den Erwartungen zurück, was an den Börsen für Unruhe sorgte. Die Ambition, diese Zahl deutlich bis zum Jahr 2030 zu steigern, konnte die kursierenden Befürchtungen nicht zerstreuen, was sich prompt in einem signifikanten Kursverlust widerspiegelte.
Die Nordea-Aktie erlitt in Helsinki temporär einen Einbruch von vier Prozent auf 14,155 Euro und befand sich zuletzt immer noch um etwa drei Prozent im Minus. Somit reihte sie sich unter die größten Verlierer im Eurozonen-Index EuroStoxx 50 ein und setzte den Abwärtstrend fort, der bereits zu Wochenbeginn seinen Anfang nahm.
Bankchef Frank Vang-Jensen verteidigte die gesetzten Ziele mit Nachdruck und betonte, dass die angestrebte Rendite lediglich als Untergrenze ohne obere Begrenzung verstanden werden sollte. Bis Ende des prognostizierten Zeitraums, im Jahr 2030, soll der Gewinn pro Aktie voraussichtlich zwei Euro betragen – ein signifikanter Anstieg im Vergleich zu den 1,44 Euro des Vorjahres.
Johan Ekblom, Analyst bei der Schweizer Großbank UBS, äußerte sich positiv zu den Plänen von Nordea und bewertete die Aktie weiterhin mit "Buy". Er glaubt, dass die Bank ihre Erträge überdurchschnittlich steigern und gleichzeitig die Kosten besser kontrollieren kann. Die Zielquote für die Kosten ohne staatliche Abgaben liegt bei 40 bis 42 Prozent der Erträge, eine ehrgeizige Verbesserung gegenüber den 45,8 Prozent des jüngsten Quartals.
Zusätzlich plant Nordea, zwischen 2026 und 2030 über 20 Milliarden Euro in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückzugeben. Zwischen 60 und 70 Prozent der jährlichen Gewinne sollen in Dividenden fließen. Die Bank, historisch aus der Fusion mehrerer Geldhäuser aus Dänemark, Finnland und Schweden hervorgegangen, gilt als führendes Finanzinstitut in Nordeuropa.

