Cthulhu: The Cosmic Abyss zeigt im neuen Gameplay-Trailer, wie Wahnsinn zum Spielmechanismus wird
In den Tiefen des Pazifischen Ozeans wartet etwas Uraltes – und Cthulhu: The Cosmic Abyss will dich genau dorthin schicken. NACON und das Studio Big Bad Wolf haben einen neuen Gameplay-Trailer veröffentlicht, der das lovecraftsche Ermittlungsabenteuer endlich in seiner vollen Spielmechanik zeigt. Was dabei zu sehen ist, macht deutlich, dass dieses Spiel mehr sein will als eine atmosphärische Hülle: Es baut Wahnsinn als echte Spielmechanik ein – und zwar auf eine Art, die jeden Fehler spürbar macht.
Noah, KEY und die versunkene Stadt R’lyeh
Im Mittelpunkt steht Noah, ein auf okkulte Fälle spezialisierter Ermittler der Geheimbehörde Ancile, der gemeinsam mit seiner künstlichen Intelligenz KEY in die Tiefen der mythischen versunkenen Stadt R’lyeh vordringt. Auslöser ist das spurlose Verschwinden einer Expedition des Bergbauunternehmens Ocean-I – eine Entdeckung, die Noah an den wohl gefährlichsten Ort der Welt führt: das labyrinthische Gefängnis, in dem Cthulhu selbst seit Äonen gefangen gehalten wird.
Der Trailer stellt dabei mehrere Spielmechaniken vor, die nahtlos ineinandergreifen. Gegenstände können analysiert werden, um Hinweise zu gewinnen und neue Sonarfrequenzen freizuschalten – ein System, das aktives Erkunden der Umgebung mit intellektuellem Aufwand verbindet. Das Sonar selbst dient nicht nur der Navigation im Dunkeln, sondern macht buchstäblich Unsichtbares sichtbar und deckt versteckte Durchgänge auf. Alle gesammelten Dokumente und Hinweise landen im sogenannten Tresor, einer internen Datenbank, die das Verknüpfen von Indizien ermöglicht – ein unverzichtbares Werkzeug, wenn die Rätsel komplexer werden.
Energie, Korruption und der Preis des Wissens
Was Cthulhu: The Cosmic Abyss von vielen anderen narrativen Ermittlungsspielen unterscheidet, ist das konsequente Ressourcenmanagement. Analysen verbrauchen Energie – und wenn diese zur Neige geht und Noah dennoch weitersucht, steigt die Korruptionsanzeige. Diese Anzeige ist kein bloßer Stilindikator, sondern ein direkter Eingriff in den Spielverlauf: Jede Entscheidung, jede Handlung kann den Grad der Verderbnis erhöhen und Noah schrittweise dem Wahnsinn ausliefern. Das Ende der Geschichte hängt davon ab, wie gut man diese Balance hält – und wie viel man bereit ist, für die Wahrheit zu riskieren.
Energie lässt sich durch verstreute organische Ressourcen wiederherstellen, was die Erkundung der Umgebung zu einem ständigen Kalkül macht. Entdeckte Artefakte erlauben zudem das Aufwerten von Werkzeugen über KEY – doch auch diese Upgrades sind nicht sicher: Falsche Entscheidungen können sie korrumpieren und dauerhaft zerstören. Ein System, das Konsequenz ernst nimmt.
Ein Lovecraft-Erlebnis, das sich traut
Cthulhu: The Cosmic Abyss erscheint für PlayStation 5, Xbox Series X/S und PC – und der Trailer macht deutlich, dass Big Bad Wolf ein Spiel entwickelt hat, das die Atmosphäre lovecraftscher Kosmologie nicht nur zitiert, sondern mechanisch übersetzen will. Die Verderbnis als messbare Größe, das Gleichgewicht zwischen Neugier und Selbsterhaltung, die Unausweichlichkeit des Horrors – das sind keine Dekoration, sondern Spielprinzipien. Ob das Spiel am Ende hält, was der Trailer verspricht, wird sich zeigen. Der Grundstein für ein atmosphärisch dichtes und mechanisch eigenständiges Ermittlungsabenteuer ist jedenfalls gelegt.


