New Start-Vertrag läuft aus: Experten warnen vor neuem nuklearen Wettrüsten
Der Atomwaffenvertrag New Start, das letzte große Abkommen zur nuklearen Abrüstung zwischen den USA und Russland, ist nun ausgelaufen. Moskaus außenpolitischer Sprecher Juri Uschakow äußerte, dass Washington bis zum Schluss nicht auf den russischen Vorschlag reagiert habe, die festgelegten Obergrenzen um ein weiteres Jahr aufrechtzuerhalten. Dadurch fühlen sich die Vertragspartner laut dem russischen Außenministerium nun von ihren Verpflichtungen entbunden und frei in der Wahl ihrer nächsten Schritte.
Der im Jahr 2010 vereinbarte Vertrag begrenzte die nuklearen Arsenale beider Länder auf 1.550 strategische Atomsprengköpfe und 700 einsatzbereite Trägersysteme pro Seite. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump äußerte zu dessen Ablauf: "Wir werden einfach ein besseres Abkommen machen."
Friedensforscher wie Karim Haggag, Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri, sehen das Ende von New Start jedoch mit Sorge. Er beschreibt die sich anbahnende Zeit als eine neue Phase erhöhter nuklearer Gefahren und appelliert an europäische Staats- und Regierungschefs, sich für die Rüstungskontrolle starkzumachen und Einfluss auf die USA auszuüben.
Washington sieht die Einbeziehung Chinas in ein zukünftiges Kontrollsystem als notwendig an, da Pekings nukleare Aufrüstung rapide voranschreitet. Peking weist diese Forderung jedoch zurück, während Moskau die Notwendigkeit ebenfalls in Frage stellt und auf das noch geringe Atompotenzial Chinas verweist.

