Neuer NDR-Intendant lenkt ein: Keine optimale Kommunikation bei Personalie Ruhs
Der frisch ernannte NDR-Intendant Hendrik Lünenborg hat im Umgang mit der Kontroversen rund um die Personalie Julia Ruhs Fehler eingeräumt. Die bisherige Kommunikationsstrategie bezeichnete er offen als suboptimal, da die umstrittene Sendung trotz Kritik weitergeführt wurde. Bemerkenswert ist, dass der NDR mit Tanit Koch eine neue Moderatorin für das Format "Klar" gefunden hat, während Ruhs weiterhin für den Bayerischen Rundfunk (BR) tätig bleibt.
Ruhs hatte die ersten Folgen des Kooperationsformats von NDR und BR moderiert. Nach einer Auftaktsendung, die sich kritisch mit dem Thema Migration beschäftigte, kam es zu internem Widerstand: Rund 250 NDR-Mitarbeiter warfen der Episode vor, journalistische Standards verletzt zu haben. Dies führte dazu, dass der NDR die Zusammenarbeit mit Ruhs beendete, was wiederum politischen Protest, vor allem von der Union und AfD, auslöste.
An die Stelle von Ruhs tritt jetzt Tanit Koch, ehemalige Chefredakteurin von "Bild" und der RTL-Zentralredaktion. Lünenborg zeigte sich erfreut über die Verpflichtung einer so erfahrenen Journalistin, die nicht nur moderieren, sondern auch redaktionell mitarbeiten wird. Ihre frühere Tätigkeit als Wahlkampfleiterin von Armin Laschet sieht der Intendant gelassen und betont Kochs journalistische Kompetenz und Unabhängigkeit.
Spannend bleibt, dass ab 2026 die "Klar"-Folgen im Wechsel vom NDR und BR produziert werden sollen, mit einer geplanten Erhöhung der Episodenzahl.

