Neue US-Zölle sollen heimische Produktion stärken
Die bevorstehende Ankündigung der Biden-Administration, drastische neue Zölle auf kritische Materialien aus China einzuführen, sorgt für Aufsehen. Die Vereinigten Staaten planen, die Abhängigkeit vom asiatischen Wirtschaftsriesen im Bereich der sauberen Energien einzudämmen und die heimische Fertigung zu stärken.
Ab Januar erhebt das Büro des US-Handelsbeauftragten eine Verdopplung der Zölle auf 50 Prozent bei solaren Wafern und Polysilizium, sowie 25 Prozent auf Wolfram-Produkte. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den boomenden US-Solarsektor vor kostengünstigen chinesischen Anbietern zu schützen.
Solare Wafer und Polysilizium sind zentral in der Herstellung von Solarzellen, während Wolfram in Produkten von Waffen bis zu Computerchips vorkommt. Die neuen Zölle verdeutlichen die Besorgnis Washingtons über die Abhängigkeit von China hinsichtlich Materialien, die entscheidend für Energie- und Technologiesicherheit sind.
Die Entscheidung schließt vier Jahre Bidenscher Bemühungen ab, die US-Industrie mit milliardenschweren Subventionen zu stärken und die Handelsbeziehungen mit China straffer zu gestalten. Diese Ankündigung erfolgt kurz bevor Donald Trump das Weiße Haus übernimmt und seine scharfe Kritik an Chinas starker Exportwirtschaft wieder auf den Tisch bringt.
Der designierte Präsident Trump hat bereits angedroht, Zölle von bis zu 60 Prozent auf chinesische Waren einzuführen und im Zusammenhang mit Vorwürfen über Drogenschmuggel zusätzliche Abgaben zu erheben.
Trumps geplante Maßnahmen sind Teil einer dreijährigen Überprüfung der von ihm zuvor initiierten Zölle. Bidens Beamte entschieden, die von Trump erlassenen Abgaben auf chinesische Produkte im Wert von 300 Milliarden Dollar beizubehalten und auf strategische Industriezweige wie saubere Energien und Chipfertigung auszudehnen.
Noch im Mai führte Biden eine Verdreifachung der Zölle auf 100 Prozent bei chinesischen Elektrofahrzeugen durch. Auf den neuesten Schachzug folgte eine Umfrage unter US-Unternehmen, die die Vorschläge bewerten sollten.
Die Spannungen zwischen den USA und China verschärfen sich, auch durch Chinas jüngste Untersuchung gegen den Chip-Giganten Nvidia. Auf die Vorwürfe Pekings eines schädigenden wirtschaftlichen Handelskonflikts reagierten US-Vertreter, dass die Maßnahmen dem Schutz der nationalen Sicherheit dienen sollen.

