MindsEye präsentiert Roadmap mit Mehrspieler-Rennen und Spionage-Mission
MindsEye kämpft seit dem Launch gegen desaströse Reviews, Entlassungswellen und eine geplatzte Publisher-Partnerschaft – und trotzdem gibt Build A Rocket Boy nicht auf. Das Studio präsentiert jetzt eine Roadmap mit neuen Inhalten, Mehrspielerfunktionen und einer Story-Mission, die eng mit den sehr realen Dramen hinter den Kulissen verknüpft ist. Der Kontext macht die Ankündigungen interessanter als die Features selbst.
Build A Rocket Boy verliert IO Interactive – und Agent 47
Der Bruch mit IO Interactive markiert das Ende eines Abkommens, das MindsEye ursprünglich Rückendeckung von einem etablierten Publisher verschaffen sollte. IO Interactive beendet die Zusammenarbeit sauber und ohne öffentliche Schuldzuweisungen. Das Studio übernimmt lediglich die notwendigen Übergabefunktionen, um den Publisher-of-Record-Status an Build A Rocket Boy zu transferieren. Teuer kommt die Trennung beim geplanten Hitman-Crossover: Die Mission, die IO Interactive im Juni 2025 ankündigte, fällt komplett weg. Agent 47 tritt in MindsEye nicht auf. Für eine Community, die ohnehin wenig Vertrauen in das Spiel hat, wiegt das schwer – ganz egal, wie diplomatisch beide Seiten den Abschied formulieren.
Dass Build A Rocket Boy die Selbstveröffentlichung nun als Befreiungsschlag verkauft – mehr direkte Kontrolle, schnellere Reaktion auf Spieler-Feedback – klingt nach einer Schutzbehauptung. Vielleicht steckt echte Überzeugung dahinter. Die nächsten Monate werden das belegen oder widerlegen.
Blacklisted schickt dich als Attentäterin nach Redrock City
Die neue Mission tauscht Protagonist Jacob Diaz gegen Julia Black, eine Weltklasse-Attentäterin. Zwei Zielpersonen eliminieren, ein kriminelles Netzwerk infiltrieren, einen tödlichen Deal sabotieren – Blacklisted greift klassische Agenten-Thriller-Muster auf. Spionage als Erzählrahmen funktioniert, wenn das Writing stimmt. Die Kampagne von MindsEye hat keinen besonders hohen Storytelling-Skill-Ceiling gesetzt. Ob Julia Black das ändert, hängt davon ab, wie viel Substanz tatsächlich hinter der Ankündigung steckt. Frischer Protagonist plus Spionage-Setting – das klingt nach einem vernünftigen Ansatz, dem Launch-Trauma etwas entgegenzusetzen.
ARCADIA bekommt kompetitive Rennen und den Race Builder auf Konsole
Mehrspieler-Rennen in ARCADIA setzen Spieler direkt gegeneinander – Kopf an Kopf, ohne KI-Puffer. Konkrete Details zu Spielerformaten, Streckenauswahl oder einem möglichen Rangsystem liefert Build A Rocket Boy noch nicht. Das kann bewusste Taktik sein oder ein Zeichen, dass die Entwicklung noch läuft. Klarer ist die Ankündigung des Race Builders für Konsole: PC-Spieler nutzen das Werkzeug bereits, Konsolen-Nutzer holen jetzt auf. Wer eigene Strecken und Events baut, verlängert die Lebensdauer eines Spiels erheblich – vorausgesetzt, die Community nimmt die Werkzeuge an. Das ist keine Garantie, aber eine der wenigen Ankündigungen mit echtem Potenzial.
Gerhard macht Saboteure zur Spielfigur
CEO Mark Gerhard dreht die Verschwörungstheorie weiter. Organisierte Sabotage und Corporate Espionage – das bleibt seine offizielle Erklärung für den kommerziellen Misserfolg von MindsEye. Ermittlungen laufen in Großbritannien und den USA, Verhaftungen stehen laut Gerhard bevor. Die Branche nahm das mehrheitlich mit Skepsis auf, darunter Riot Games-Mitarbeiter Nic McConnell. Jetzt integriert Gerhard die angeblichen Saboteure als Zielpersonen direkt in die Blacklisted-Mission. Das ist entweder ein cleverer PR-Schachzug, der Spielerfrust und Story-Progression verknüpft, oder der bislang surrealste Moment eines Studios, das Realität und Fiktion absichtlich verwischt. Entlassungswellen im März, ein gefloppter Launch, ein geplatzter Publisher-Deal – und der CEO baut das alles in den nächsten DLC ein. MindsEye hat das bizarrste Entwicklerdrama des Jahres 2025.
Das Spiel läuft auf PC, PS5 und Xbox Series X/S und ist im Handel derzeit bereits für unter 20 Euro zu haben.

