44 Prozent wollen aufhören: Neue Studie zeigt, wie tief die Games-Branche schon steckt

19. April 2026, 17:30 Uhr · Quelle: DailyGame.AT
44 Prozent wollen aufhören: Neue Studie zeigt, wie tief die Games-Branche schon steckt
Foto: Dailygame
Eine Studie zeigt, dass 44 Prozent der Spieleentwickler den Ausstieg planen, bedingt durch Entlassungen und KI-bedingte Unsicherheit.

Die Zahlen wirken wie ein Warnsignal, das man nicht mehr wegdiskutieren kann. Laut einer neuen Studie von Skillsearch denken 44 Prozent der befragten Spieleentwickler darüber nach, die Branche ganz zu verlassen. Der Grund ist nicht nur Frust über einzelne Studios oder gescheiterte Projekte. Es ist ein viel größeres Problem: Die Spieleindustrie wirkt für viele inzwischen wie ein Ort, an dem selbst gute Arbeit keine Sicherheit mehr bietet.

Besonders bitter ist dabei, dass die Studie nicht auf ein kleines Stimmungsbild zurückgeht. Befragt wurden 1.000 Entwicklerinnen und Entwickler aus mehreren Regionen, darunter Großbritannien, Europa, Nordamerika und Asien. Die Erhebung lief vom 12. November 2025 bis 24. Februar 2026. Genau deshalb wirken die Ergebnisse so schwer. Sie zeigen nicht nur Ärger, sondern einen strukturellen Vertrauensverlust.

Entlassungen sind für viele längst keine Ausnahme mehr

Die vielleicht härteste Zahl der gesamten Studie: 22 Prozent der Befragten haben allein in den vergangenen zwölf Monaten ihren Job verloren. Weitere 12 Prozent wurden schon früher entlassen, und 28 Prozent haben Entlassungen im eigenen Studio miterlebt, selbst wenn sie nicht direkt betroffen waren. Das bedeutet: Für einen riesigen Teil der Branche ist Unsicherheit längst kein abstraktes Risiko mehr, sondern Alltag.

Noch bedrückender wird es beim Blick auf die Zeit danach. Von denjenigen, die ihren Job verloren haben, konnten laut Bericht nur 45 Prozent eine neue Stelle finden. Und selbst dort fühlen sich nur 27 Prozent wirklich sicher. Wer das liest, versteht schnell, warum so viele Entwickler inzwischen nicht mehr nur über einen Studio-Wechsel nachdenken, sondern über einen kompletten Ausstieg.

Tief in den Knochen sitzt uns noch die Geschichte rund um Ubisoft und den Umstrukturierungen. Aber auch bei anderen großen Unternehmen der Branche gab es jüngst Entlassungswellen. - Bild: Ubisoft

Tief in den Knochen sitzt uns noch die Geschichte rund um Ubisoft und den Umstrukturierungen. Aber auch bei anderen großen Unternehmen der Branche gab es jüngst Entlassungswellen, wie bei Microsoft. – Bild: Ubisoft

Großbritannien und Nordamerika stehen besonders unter Druck

Die Krise trifft nicht überall gleich stark, aber einige Regionen stechen deutlich hervor. In Großbritannien geben laut Bericht 76 Prozent an, in diesem Jahr einen neuen Job zu suchen oder zumindest ernsthaft darüber nachzudenken. Gleichzeitig gilt Nordamerika weiterhin als besonders hart getroffen. In anderen Berichten zur Lage der Branche wird Kalifornien als einer der zentralen Brennpunkte der Entlassungswelle genannt.

Das verändert auch die Wahrnehmung des Berufs. Früher galt Spieleentwicklung für viele als Traumjob. Heute klingt in solchen Studien immer öfter mit, dass Leidenschaft allein nicht mehr reicht, wenn das Fundament bröckelt.

KI verschärft die Unsicherheit zusätzlich

Als wäre die Entlassungswelle nicht schon belastend genug, kommt noch ein zweites großes Angstthema dazu: generative KI. Laut den ausgewerteten Berichten haben viele Entwickler große Sorgen, wie stark KI kreative Arbeit verändern oder sogar verdrängen könnte. 83 Prozent der Befragten fordern klare KI-Regeln für ihre Unternehmen. Viele fühlen sich bereits unwohl bei der Vorstellung, dass KI stärker in Bewerbungsprozesse oder die tägliche Arbeit eingreift. Das ist ein wichtiger Punkt, weil er zeigt: Es geht nicht nur um aktuelle Entlassungen, sondern auch um die Angst davor, dass sich die Branche langfristig in eine Richtung bewegt, in der kreative Berufe an Wert verlieren.

Diese Krise betrifft nicht nur die Menschen hinter den Spielen. Sie betrifft am Ende auch die Titel selbst. Wenn erfahrene Entwickler gehen, verschwinden Wissen, Routine und kreative Führung. Neue Talente finden schwerer Anschluss. Mentoring bricht weg. Und Studios verlieren genau die Leute, die große Projekte stabil durch schwierige Phasen bringen können. Genau davor warnen inzwischen auch Branchenbeobachter.

Die Branche lebt von Ideen, Mut und Erfahrung. Wenn fast jeder zweite Entwickler darüber nachdenkt, das Feld zu verlassen, dann ist das nicht einfach nur eine schlechte Statistik. Dann ist das ein Zeichen dafür, dass etwas Grundlegendes nicht mehr stimmt.

Gaming / Gaming News / Spieleentwickler / Entlassungen / KI / Spieleindustrie
[dailygame.at] · 19.04.2026 · 17:30 Uhr
[0 Kommentare]
Zahlungsbereitschaft für KI hat sich erhöht
Die Zahl derjenigen, die für Künstliche Intelligenz Geld ausgeben, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 13 Prozent der KI-Nutzerinnen und -nutzer zahlen für mindestens eine KI-Anwendung, im Vorjahr lag der Anteil erst bei 8 Prozent. Weitere 29 Prozent können sich vorstellen, künftig auf eine Bezahlversion umzusteigen (2025: 22 Prozent). Eine […] (00)
vor 4 Stunden
US-Präsident Trump
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben einen angeblich für heute geplanten Angriff auf den Iran abgesagt. Er habe das Militär der Vereinigten Staaten angewiesen, die Attacke nicht durchzuführen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Gleichzeitig soll das Militär demnach «jederzeit» bereit sein, einen […] (04)
vor 1 Stunde
Cate Blanchett ist enttäuscht darüber, dass die #MeToo-Bewegung in Hollywood 'so schnell abgewürgt wurde'.
(BANG) - Cate Blanchett ist enttäuscht darüber, dass die #MeToo-Bewegung in Hollywood 'so schnell abgewürgt wurde'. Die 'Tar'-Darstellerin stellte infrage, warum die Initiative – bei der zahlreiche Frauen des öffentlichen Lebens über ihre Erfahrungen mit sexuellem Fehlverhalten in ihrer Karriere gesprochen hatten – "zum Schweigen gebracht" wurde, obwohl […] (00)
vor 9 Stunden
Streit von Elon Musk und ChatGPT-Firma OpenAI vor Gericht
Oakland (dpa) - Tech-Milliardär Elon Musk ist mit seinem Versuch gescheitert, vor Gericht einen radikalen Umbau beim ChatGPT-Entwickler OpenAI zu erzwingen. Geschworene in Kalifornien kamen zu dem Schluss, dass Musk seine Klage erst nach Ablauf der Verjährungsfrist eingereicht hatte. Musk will sich nicht mit der Niederlage abfinden und kündigte eine […] (00)
vor 2 Stunden
FX bestellt Comedy-Serie «Very Young Frankenstein»
Die Kultkomödie «Young Frankenstein» wird zur Serie, der Sender FX will eine Serienadaption. Der Kultfilm Young Frankenstein von Mel Brooks erhält eine Serienadaption: Der US-Sender FX hat «Very Young Frankenstein» offiziell bestellt. Das Projekt war bereits 2025 mit einer Pilotbestellung angekündigt worden, nun gab FX grünes Licht für eine komplette Serie. Inhaltliche Details halten die […] (00)
vor 3 Stunden
Schweiz - Deutschland
Zürich (dpa) - Die Offensive eines Absteigers, katastrophale Fehler und kaum Impulse von der Trainerbank: Ein Jahr vor der Heim-WM droht dem deutschen Eishockey ein Fiasko bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz. Beim 1: 6 (0: 0, 0: 5, 1: 1) am Montag in Zürich kassierte die Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis die höchste WM-Niederlage gegen die […] (03)
vor 4 Stunden
btc, bitcoin, coin, cryptocurrency, crypto, finance, trader, currency, money
Binance Research hat festgestellt, dass eine Reihe von On-Chain-Indikatoren auf ein engeres verfügbares Angebot und einen reduzierten Verkaufsdruck bei Bitcoin hinweisen. Die Bestände auf den Börsen sind auf ein Sechsjahrestief gesunken, da seit dem Höhepunkt der COVID-Ära etwa 500.000 BTC von Handelsplattformen abgezogen wurden. In einem Bericht vom 17. Mai argumentierte die […] (00)
vor 36 Minuten
SCHILLER unterstützt „kinderherzen“ in Burundi
Feldkirchen b. München, 18.05.2026 (PresseBox) - Gestern durfte Joachim Bernard im Namen von SCHILLER einen CARDIOVIT FT-1 an „kinderherzen“ – die Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren in Bonn – übergeben. Das Gerät wird künftig in einer herzchirurgischen Kinderklinik in Burundi zum Einsatz kommen und dort die medizinische Versorgung von Kindern […] (00)
vor 9 Stunden
 
Sonys Antwort auf Steam-Charts: Neues PS5-Widget verrät endlich Spielerzahlen
Stell dir vor, du schaltest deine PS5 ein und siehst auf einen Blick, was gerade […] (00)
Hogwarts Legacy 2 bei State of Play? – Gerücht lässt Fans hoffen
Kommt Hogwarts Legacy 2 früher ins Rampenlicht als gedacht? Ein neues Gerücht sorgt […] (00)
Sony-Kehrtwende? PlayStation-Hits könnten künftig dem PC fernbleiben
Sony könnte seine PC-Strategie wieder verändern. Laut einem aktuellen Hinweis von […] (00)
Donald Trump (Archiv)
Washington - US-Präsident Donald Trump hat einen geplanten Militärschlag gegen den […] (02)
Albert Riera
Frankfurt/Main (dpa) - Albert Riera ist nicht mehr Coach des Fußball-Bundesligisten […] (04)
Sony denkt offenbar über die Rückkehr legendärer PlayStation-Reihen nach
Rund um PlayStation kursieren aktuell neue Gerüchte über mögliche Comebacks älterer […] (01)
cryptocurrency, business, finance, money, wealth, gold, cash, monetary, investment, ethereum
Der Bitcoin-Kurs hat einen erneuten Rückgang unter die Marke von $78.500 begonnen. […] (00)
Julianne Moore
(BANG) - Julianne Moore hat eine heftige Online-Debatte ausgelöst, nachdem sie […] (00)
 
 
Suchbegriff