Merz appelliert an transatlantische Zusammenarbeit für Frieden in der Ukraine
In wiederholter Zurückhaltung äußerte sich Bundeskanzler Friedrich Merz zum deutschen Engagement in der Sicherstellung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine. Die klare Botschaft: Solange kein dauerhafter Waffenstillstand und kein entsprechendes Abkommen mit Russland existieren, bleiben konkrete Zusagen über Sicherheitsgarantien aus. Diese erforderten, so der CDU-Vorsitzende bei seinem Besuch beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris, erst ein klares Bild der Gesamtsituation.
Ein Besuch in der Ukraine ist für Merz in naher Zukunft geplant, derzeit werde intensiv an den Details gearbeitet. Zudem betonte er, dass die europäische Bereitschaft zur Unterstützung einer Friedenslösung in der Ukraine grundsätzlich vorhanden sei. Trotzdem sei der transatlantische Schulterschluss unverzichtbar: „Wir benötigen die Amerikaner konstant an unserer Seite“, erklärte Merz und unterstrich diese Position mit seinen bevorstehenden Gesprächen mit der US-Regierung.
Lediglich ein umfangreiches Engagement der USA könne den Krieg in der Ukraine politisch und militärisch beenden. Kein europäisches Land sei derzeit in der Lage, diese Rolle vollumfänglich zu übernehmen. Auch für die Sicherung eines Waffenstillstands oder Friedensvertrags sei eine starke US-Beteiligung unerlässlich.
Unterdessen machte Emmanuel Macron deutlich, dass Deutschland und Frankreich eine signifikante Verantwortung für die Stabilität in Europa übernehmen. Primäre Aufgabe sei dabei, die Ukraine entschlossen gegen den russischen Aggressor zu unterstützen. Im Schulterschluss mit den USA und weiteren interessierten Ländern strebe Paris an, auf Basis solider Sicherheitsgarantien ein baldiges Feuer der Waffen zu erreichen. Doch die entscheidende Frage bleibe, so Macron: Ist Russland bereit, für mindestens 30 Tage das Feuer einzustellen und so den Grundstein für einen nachhaltigen Frieden zu legen?

