Merck sieht rot: Elektroniksparte hinterlässt böses Erwachen
Die jüngsten Geschäftszahlen der Merck KGaA ließen am Aktienmarkt die Alarmglocken schrillen. Besonders enttäuschend zeigte sich die schwächelnde Elektroniksparte des Darmstädter Unternehmens, was am Donnerstag zu Kursverlusten führte. Die Aktien des weltweit tätigen Pharma- und Elektronikriesen sanken auf ein Niveau, das man zuletzt im Jahr 2020 verzeichnete. Der Kursabschlag belief sich dabei auf fast vier Prozent, wodurch die Aktie auf 101,50 Euro fiel. Ein armutszeugnis für eine Aktie, die Ende 2021 noch auf einem Höhenflug von über 231 Euro schwebte. Ein weiterer Hemmschuh für Merck war die Schwäche des US-Dollars, die dem Konzern ein nicht zufriedenstellendes Ergebnis im zweiten Quartal bescherte. Der Umsatz verringerte sich um beinahe zwei Prozent auf 5,26 Milliarden Euro. CEO Belen Garijo reagierte prompt und passte die Umsatzprognose für 2023 an; diese liegt nun zwischen 20,5 und 21,7 Milliarden Euro, während zuvor optimistischere 20,9 bis 22,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Der Analyst Richard Vosser von JPMorgan kritisierte den schwächeren Umsatz der Elektroniksparte, der fünf Prozent hinter den Markterwartungen lag. Besonders gravierend fiel das operative Ergebnis (Ebitda) aus, das um 43 Prozent unter der Konsensschätzung blieb. Dieser Negativtrend sei auch auf einmalige Rückstellungen in Höhe von etwa 60 Millionen Euro zurückzuführen. Trotz der momentanen Schwächen zeigte sich Vosser keinesfalls pessimistisch für die Zukunft Mercks. Er hob die Pharma- und Laborsparten hervor, die nach wie vor glänzende Zahlen schreiben und damit die soliden Konsensschätzungen des Unternehmens stärken.

