Mehr Transparenz bei Fleisch: Neue Herkunftskennzeichnungen treten in Kraft
Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland dürfen sich über gestiegene Transparenz beim Fleischkauf freuen. Ab sofort weisen zusätzliche Fleischerzeugnisse, darunter auch unverpackte Ware, obligatorische Angaben zum Herkunftsland aus. Eine aktuelle Verordnung von Bundesagrarminister Cem Özdemir sorgt für die Ausweitung der Pflichtkennzeichnungen, wie er jüngst verkündete. Der Schritt wird von Verbraucherzentralen positiv aufgenommen, die dennoch eine Ausdehnung der Regelungen auf weitere Bereiche wie Gastronomie und Kantinen verlangen. Des Weiteren sind Neuerungen hinsichtlich der Angaben zu den Lebensbedingungen der Tiere abzusehen, die auf den Etiketten aufgeführt werden sollen.
Die Neuregelung fordert nun, dass bei Schweinen, Schafen, Ziegen und Geflügel neben dem verpackten auch das unverpackte Fleisch eine Herkunftskennzeichnung trägt. Diese Information umfasst sowohl das Aufzucht- als auch das Schlachtland und wird entweder direkt an der Ware oder über Bildschirme im Geschäft angezeigt. Bei identischem Herkunftsland der Tiere für Geburt, Aufzucht und Schlachtung wird ausschließlich der Ursprungsstaat genannt.
Özdemir hob hervor, dass Konsumenten künftig bewusster heimische Produkte wählen und somit die lokale Landwirtschaft fördern könnten. Ebenso sollten die Neuerungen vor allem kleineren Höfen helfen, ihre Position im Markt zu stärken. Aus Sicht von Ramona Pop, Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, ist die Ausweitung zwar ein positiver Ansatz, jedoch bedürfe es eines weiteren Vorgehens in den Bereichen verarbeitete Lebensmittel und Außer-Haus-Verpflegung.
Das Ministerium beabsichtigt ebenfalls eine Anpassung für Restaurants und Gemeinschaftsverpflegungen, wobei ein diesbezüglicher Regierungsentwurf bereits im Gespräch ist. Die Praxis der Herkunftsangaben eröffnet laut Özdemir die Assoziation mit höheren deutschen Tierschutz- und Umweltstandards. Ramona Pop zieht in Erwägung, dass eine entsprechende Kennzeichnung tatsächliche Vorteile für Verbraucher und Landwirtschaft erst dann bieten wird, wenn die inländischen Standards deutlich angehoben werden.
Auch die tierische Haltung wird bald einheitlicher gekennzeichnet, indem sich die bestehende "Haltungsform"-Kennzeichnung der Lebensmitteleinzelhandelsketten an das zukünftige staatliche Tierhaltungslogo angleichen wird. Özdemir betonte, dass damit eine klarere Orientierung für die Konsumenten entsteht, da es fortan fünf Kennzeichnungsstufen geben wird. Ebenso soll die bisherige freiwillige Kennzeichnung modifiziert werden, indem eine fünfte Kategorie für Bio-Produkte eingeführt wird. Die staatliche Kennzeichnung, welche verpflichtend 2025 für inländische Erzeugnisse wird, soll schrittweise beginnend mit Schweinefleisch in den Handel integriert werden. (eulerpool-AFX)

