Investmentweek

Maskendebakel: Fast 400 Millionen Euro später – das unsichtbare Preisschild der Pandemie

07. Oktober 2024, 10:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Jahrelang hielt das Bundesgesundheitsministerium den Deckel auf den Kosten für das Maskenchaos während der Corona-Pandemie. Nun kommt heraus: Rund 390 Millionen Euro hat der Steuerzahler bisher gezahlt – und es könnte noch mehr werden.

Es begann mit dem Drang nach schnellen Lösungen. Während der Corona-Pandemie musste es zügig gehen: Masken sollten her, und zwar möglichst viele. Verträge wurden unterschrieben, Lieferanten Garantien gegeben.

Die Krise verlangte schnelle Entscheidungen, und das Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn versprach großzügige Abnahmegarantien. Doch die Nachfrage brach ein, der Maskenberg wuchs – und der Staat zahlte plötzlich nicht mehr wie versprochen.

Das Ergebnis: ein regelrechtes Klagefeuerwerk. Lieferanten, die auf den Schutzmasken sitzen blieben, zogen vor Gericht. Sie wollten das Geld, das ihnen vertraglich zugesichert worden war.

Zuerst unter Spahn, dann unter Karl Lauterbach als seinem Nachfolger, wurde blockiert, verhandelt und gestritten – mit den Steuerzahlern am Ende als Zahlmeister.

Transparenz? Fehlanzeige!

Karl Lauterbach, der Retter in der Maskenkrise? So präsentierte sich der SPD-Minister noch vor wenigen Monaten. „Wir drehen jeden Stein um“, versprach er und setzte dafür sogar eine Sonderbeauftragte ein. Doch als es darum ging, die tatsächlichen Kosten offenzulegen, blieb das Ministerium lange stumm. Fragen nach den Ausgaben?

Streit um Maskenverträge: Aufgrund vertraglicher Versprechen zur Abnahme von Schutzmasken und Nichterfüllung dieser Zusagen musste der Bund 120 Vergleiche schließen – Kostenpunkt: durchschnittlich 3,25 Millionen Euro pro Lieferant.

Wurden mit Verweis auf „Betriebsgeheimnisse“ und „fiskalische Interessen“ abgeschmettert. Es dauerte Monate, bis die Öffentlichkeit überhaupt einen Einblick erhielt – und das auch nur, weil eine parlamentarische Anfrage Druck ausübte.

Die Rechnung? Rund 390 Millionen Euro. Geld, das an Lieferanten gezahlt wurde, die vor Gericht gezogen waren. 120 Vergleiche wurden geschlossen, 40 davon sogar, bevor es überhaupt zu einer Klage kam.

Was das bedeutet? Der Bund hatte offenbar lange gehofft, dass es keine größeren Wellen schlägt – bis es nicht mehr zu vermeiden war.

Zwei-Klassen-Transparenz: Ein Problem der Glaubwürdigkeit

Besonders brisant: Die Offenlegung kam erst auf Druck von Abgeordneten. Während die Presse monatelang auf Antworten wartete, schien für das Ministerium das Anfragerecht von Parlamentariern plötzlich mehr Gewicht zu haben.

Für Journalisten ein Schlag ins Gesicht, denn das Grundgesetz garantiert Presse- und Abgeordnetenrechte gleichermaßen. Aber Transparenz scheint hier in zwei Stufen zu existieren: Eine für die Öffentlichkeit und eine für die, die mehr Einfluss haben.

Verzögerte Transparenz: Lange verschwiegen, jetzt offenbart: Das Gesundheitsministerium hielt fast 400 Millionen Euro an Masken-Zahlungen geheim, bis der Druck durch eine parlamentarische Anfrage zu groß wurde.

Und was ist mit dem Rest?

Fast 400 Millionen Euro – und kein Ende in Sicht. Zwar gab das Ministerium Zahlen heraus, aber die Frage bleibt: Wie viele weitere Streitfälle schlummern noch?

Es könnte noch teurer werden, denn längst nicht alle Forderungen sind beigelegt. 40 Fälle wurden im Vorfeld durch Vergleiche gelöst, was den Verdacht nahelegt, dass noch mehr Maskenstreitigkeiten folgen könnten.

Eine teure Lehre für den Steuerzahler

Für den Steuerzahler bleibt das Maskendebakel eine bittere Pille. Fast 400 Millionen Euro wurden bereits gezahlt, und es ist unklar, wie viel noch hinzukommen wird. Karl Lauterbach wollte Transparenz und Ordnung schaffen, doch die lange Zurückhaltung in Sachen Kosten stellt die Glaubwürdigkeit infrage. Für viele Bürger bleibt die Frage offen, warum die Folgen des Krisenmanagements so lange im Dunkeln gehalten wurden.

Politik
[InvestmentWeek] · 07.10.2024 · 10:00 Uhr
[1 Kommentar]
Polonium im Periodensystem
Vaihingen an der Enz (dpa) - Nach dem Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift «Polonium 210» in Vaihingen an der Enz und einem Großeinsatz von Spezialisten gibt das baden-württembergische Umweltministerium vorsichtig eine erste Entwarnung. «Die erste Einschätzung von unseren Fachleuten ist, dass es sich bei dem Fund nicht um Polonium 210 handelt», […] (03)
vor 5 Minuten
Kanye West
(BANG) - Pepsi hat sich nach Kritik an Kanye West aus dem Sponsoring des Wireless Festival zurückgezogen. Der umstrittene Rapper war als Headliner für alle drei Abende des diesjährigen Londoner Events angekündigt worden, das im Rahmen einer seit 2015 bestehenden Partnerschaft unter dem Namen 'Pepsi MAX Presents Wireless' lief. Nun hat der Lebensmittel- […] (00)
vor 5 Stunden
Fashion-Influencer «Gramps»
Mainz (dpa) - Er hat rund 5,5 Millionen Follower auf Tiktok, noch mal knapp 2,5 Millionen auf Instagram: Der 80-jährige Alojz Abram - auch bekannt unter seinem Pseudonym «Gramps» - ist Mode-Influencer. Dabei wirkte er lange gar nicht modisch. Er hat sich gekleidet, wie man es von einem älteren Herrn in der Rente erwarten würde. «Unspektakulär», sagt […] (00)
vor 11 Stunden
Starfield DLC verrät neue Stadt – Fans hoffen auf echten Neustart
Es fühlt sich fast wie ein versteckter Blick hinter die Kulissen an: Neue Achievements zum kommenden DLC von Starfield sorgen gerade für Diskussionen in der Community. Denn was dort entdeckt wurde, klingt nach genau den Änderungen, die sich viele Spieler seit Release wünschen. Und plötzlich steht eine Frage im Raum: Bekommt Starfield endlich das […] (00)
vor 19 Stunden
Prime Video zeigt Doku «Jerry West: The Logo» im April
Der Streamingdienst widmet der Basketball-Legende eine persönliche und schonungslose Dokumentation. Prime Video hat den Trailer zur Dokumentation Jerry West: The Logo veröffentlicht. Der abendfüllende Film feiert am 16. April seine Premiere und wird weltweit in mehr als 240 Ländern und Territorien verfügbar sein. Regie führt Kenya Barris, der mit «Jerry West: The Logo» sein Dokumentarfilmdebüt […] (00)
vor 3 Stunden
Eva Lys
Oeiras (dpa) - Zum Neustart nach dem Abstieg aus der Weltgruppe des Billie Jean King Cups muss das deutsche Frauen-Tennisteam auch auf die gesetzte Eva Lys verzichten. Die 24 Jahre alte Hamburgerin sei nach ihrer Knieverletzung noch nicht wieder vollständig fit und stehe deswegen für das Turnier der Regionalgruppe I vom 7. bis 11. April im […] (01)
vor 2 Stunden
bitcoin, gold, coin, icon, symbol, logo, bitcoin gold, bitcoin logo, currency, cryptocurrency
Die führende Kryptowährung Bitcoin hat kürzlich einen starken Kursanstieg verzeichnet und kurzzeitig die Marke von $70.000 überschritten. Trotz dieser positiven Entwicklung warnen zahlreiche Analysten, dass die Bären weiterhin die Oberhand haben könnten und ein erneuter Rückgang bevorstehen könnte. Vorsicht bei zu frühem Optimismus Die jüngsten […] (00)
vor 25 Minuten
Mogotes erweitert Filo Sur und ergänzt die Story um Beskauga in Kasachstan!
Herisau, 06.04.2026 (PresseBox) - Drei Bohrgeräte auf Filo Sur, dazu die Option auf das fortgeschrittene Beskauga-Projekt in Kasachstan: Mogotes verbreitert 2026 seine Projektbasis und den operativen Nachrichtenfluss. - Anzeige/Werbung - Dieser Artikel erscheint im Auftrag von Mogotes Metals Inc.!  Bezahlte Beziehung: SRC swiss resource capital AG […] (00)
vor 1 Stunde
 
Krankenwagen
Korinth (dpa) - Eine 43 Jahre alte Touristin aus Deutschland ist im Raum der […] (02)
Wolfgang Kubicki (Archiv)
Berlin - Wolfgang Kubicki hat seine Bewerbung als FDP-Parteivorsitzender gegen Kritik […] (01)
Bundeswehr
Berlin (dpa) - Die Grünen fordern eine Korrektur der neuen Regel, dass sich Männer […] (00)
Baum umgestürzt - Drei Tote bei Flensburg
Mittelangeln (dpa) - Es sollte ein fröhliches Ostereiersuchen werden, aber endet in […] (00)
Review: Reolink TrackFlex Floodlight WiFi – Der Alleskönner für Großraumüberwachung
Ich bin ehrlich: Sicherheitskameras gehören nicht unbedingt zu meinem Kernthema. Ich […] (00)
Dynamo Dresden - Hertha BSC
Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und DFB-Präsident Bernd […] (03)
Netflix zeigt Film «Son-In-Law» ab Mai
Der Streamingdienst bringt Anfang Mai eine satirische Geschichte über Macht, Korruption und […] (00)
John Lithgow
(BANG) - John Lithgow ist der Meinung, dass die Ansichten von J. K. Rowling zu Trans- […] (00)
 
 
Suchbegriff