Marktakteur warnt: Anhaltende Volatilität in dünnem Feiertagshandel

Zum Jahresende 2025 bleibt der Kryptowährungsmarkt volatil, da Händler trotz des normalerweise ruhigen Feiertagshandels mit täglichen Liquidationen in Höhe von Hunderten Millionen Dollar konfrontiert sind. Diese anhaltende Instabilität, gekennzeichnet durch starke Preisschwankungen und gescheiterte Rallyes, spiegelt einen Markt wider, der sich noch immer von einem historischen Crash erholt und nun mit struktureller Unsicherheit ins neue Jahr geht.
Hohe Liquidationen offenbaren fragilen Jahresendmarkt
Ein aktueller Bericht des Market Makers Wintermute zeigt, dass der Abwärtsdruck Anfang letzter Woche zunahm, als Bitcoin (BTC) kurzzeitig unter $85.000 fiel und Ethereum (ETH) unter $3.000 abrutschte, bevor derivativegetriebene Verkäufe einsetzten. Am Montag erreichten die Liquidationen rund $600 Millionen, gefolgt von etwa $400 Millionen jeweils am Mittwoch und Donnerstag, da steile Erholungen schnell wieder verkauft wurden.
“Downside moves remain abrupt, but they are increasingly self-contained as leverage is flushed quickly and capital retrenches into the most liquid assets,” the firm wrote.
Gegen Ende der Woche verlangsamte sich die Aktivität, und Bitcoin näherte sich wieder der Marke von $90.000, obwohl dieses Niveau erneut schwer zu halten war. BTC konnte keinen klaren Ausbruch über $90.000 verzeichnen und fiel zurück in den hohen $80.000-Bereich, wobei die täglichen Liquidationen weiterhin bei etwa $250 Millionen lagen. Diese Entwicklung hat Bitcoin auf Kurs für einen Verlust von fast 24% im vierten Quartal gebracht, das schwächste Q4 seit 2018, laut Daten von Coinglass.
Wintermutes interne Flussdaten deuten auf einen sich verengenden Markt hin. Das Kaufinteresse konzentriert sich weiterhin auf BTC und ETH, wobei die institutionelle Nachfrage seit dem Sommer stabil bleibt. Gleichzeitig scheinen sich Privatanleger aus kleineren Token zurückzuziehen und wieder in die großen Kryptowährungen zu investieren.
“BTC and ETH continue to act as the primary risk absorbers, while the broader market struggles under supply pressure and limited risk appetite,” Wintermute said.
Das Unternehmen stellte außerdem fest, dass Token-Freigaben und ein Überangebot weiterhin auf Altcoins lasten.
Oktobers Hebelabbau belastet weiterhin die Stimmung
Die unruhigen Bedingungen sind auch auf tiefere Narben zurückzuführen, die ein massiver Ausverkauf im Oktober hinterlassen hat. Mehrere Analysten argumentieren, dass der Crash, der den Bitcoin-Preis an einem einzigen Tag um mehr als $12.000 einbrechen ließ, das Vertrauen in hebelintensiven Handel beschädigt hat. BTC ist nun etwa 7% im Jahresverlauf gesunken und steuert auf eines seiner seltenen Verlustjahre zu, trotz relativ starker Fundamentaldaten.
Wintermute warnte ebenfalls, dass die Preisfindung weiterhin "am Rande über Derivate" stattfindet, was Raum für plötzliche Luftlöcher lässt, wenn überfüllte Positionen aufgelöst werden. Zudem bleiben die Finanzierungsraten gedrückt, Optionsmärkte preisen breite Ergebnisse ein, und die Feiertagshandelsplätze fahren herunter, was die Liquidität dünn hält.
Für die Zukunft erwartet der Market Maker ruhigere Bedingungen bis zum Jahresende, mit einem Handel in engen Spannen, es sei denn, es tritt ein klarer makroökonomischer oder politischer Auslöser auf. Während das institutionelle Engagement weiter wächst, warnte das Unternehmen, dass kurzfristige Bewegungen wahrscheinlich eher durch Positionierung als durch Überzeugung getrieben werden, was die Volatilität hoch hält, auch wenn die Aktivität abnimmt.

