Libanon: Debatte um Entwaffnung der Hisbollah erreicht neuen Höhepunkt
Im libanesischen Machtgefüge braut sich eine folgenschwere Auseinandersetzung zusammen. Mit der Zustimmung der libanesischen Regierung zu einem von den USA vorgelegten Plan, soll bis zum Jahresende eine umfassende Kontrolle über alle Waffen des Landes durch staatliche Instanzen erreicht werden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, der Hisbollah, einer proiranischen Miliz, ihre Bewaffnung zu entziehen, was sowohl aus Sicherheitsgründen als auch zur politischen Stabilisierung des Landes als essenziell betrachtet wird. Die Hisbollah selbst zeigt sich unbeeindruckt und lehnt die Entwaffnung entschieden ab. Sie beruft sich auf die fortwährenden militärischen Angriffe Israels und die Präsenz israelischer Truppen im Südlibanon als Grund für die Aufrechterhaltung ihres Arsenals. Ihr Argument findet Bezug in der Realität: Die Organisation ist tief in der libanesischen Gesellschaft verwurzelt und verfügt über ein erhebliches Waffenarsenal, was die vollständige Entwaffnung zu einer enormen Herausforderung macht. Während die libanesische Regierung gemeinsam mit Israel und den USA auf diesen Schritt drängt, um der Wirtschaft durch vermehrte Investitionen insbesondere aus den Golfstaaten neuen Schub zu verleihen, spitzt sich die Lage weiter zu. Experten bezweifeln, ob eine solche Entwaffnung überhaupt realisierbar ist, da derartige Maßnahmen die fragile politische Balance im Libanon gefährden könnten. Die Unterstützung der Hisbollah durch den Iran hat deren militärische Ausstattung weit über die der regulären libanesischen Armee hinaus modernisiert. Innerhalb des libanesischen Parlaments und der schiitischen Gemeinschaft bleibt sie ein bedeutender politischer Akteur, der mit Leichtigkeit politische Prozesse beeinflussen kann. Während die Regierung auf die Herstellung eines neuen Machtgefüges hofft, steigen die Spannungen sowohl innerhalb der Landesgrenzen als auch mit Israel. Die Zeit drängt, doch die Strategie zur Entwaffnung ist bislang unklar, was potenziell innenpolitische Krisen heraufbeschwören könnte. Die Situation im Libanon bleibt somit ein höchst brisantes politisches Thema, dessen Ausgang derzeit kaum abzusehen ist.

