Kurswechsel in der Energiepolitik: CSU plädiert für Wiederkehr der Kernenergie
In einem richtungsweisenden Positionspapier fordert die CSU-Bundestagsfraktion eine Rückkehr zur Kernenergie als Teil der Energieversorgung Deutschlands. Im Fokus steht die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft zur vollständigen Wiederaufbereitung und Minimierung von Atommüll. Bei der anstehenden Klausurtagung im Kloster Seeon wird die Partei unter der Leitung von Alexander Hoffmann über diese wichtigen Punkte beraten. Erwartet wird unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, der die Debatte mit seinem Anwesenheit untermauern könnte.
Hoffmann betont, dass die CSU eine moderne Kernenergie verfolgt, die klimaneutral und sicher ist. Ziel müsse es sein, wieder führend in der Atomforschung zu werden. "Wo, wenn nicht in Deutschland, sollten wir eine führende Rolle bei der Entwicklung einer echten Kreislaufwirtschaft für Kernenergie einnehmen?", sagte Hoffmann. Die CSU sieht in der Atomforschung der nächsten Generation – vor allem durch Small Modular Reactors – die Möglichkeit, die Energiepreise nachhaltig zu senken.
Markus Söder, der CSU-Parteichef, hat bereits früher ähnliche Forderungen aufgestellt und sieht die Mini-Atommeiler als Vorbilder der Innovation. Jedoch bleiben diese Ansätze umstritten, auch angesichts der Tatsache, dass frühere Betreiber von Atomkraftwerken Atomstrom als teuerste Form der Stromerzeugung bezeichnen. Der deutsche Atomausstieg erfolgt gemäß eines Bundestagsbeschlusses, dem die CSU 2011 zugestimmt hatte.
Das Positionspapier sieht zudem Maßnahmen wie die Senkung der Stromsteuer und die verstärkte Nutzung von Bioenergie vor. Auch wird der Bau von Fusionsreaktoren und neuen Gaskraftwerken vorgeschlagen, während Deutschland "Selbstversorger" bei Gas werden soll. Eine nachhaltige Zukunft durch eine intelligente und diversifizierte Energiepolitik ist das erklärte Ziel der CSU.

