CSU setzt auf innovative Kernenergie: Comeback der Atomkraft?

Mit einem überraschenden Vorstoß untermauert die CSU im Bundestag ihr Bestreben, die Kernenergie in Deutschland wiederzubeleben. Geplant ist die Erforschung und Entwicklung einer modernen Kreislaufwirtschaft für die Kerntechnologie. In einem Positionspapier, das auf der Klausurtagung im Kloster Seeon verabschiedet werden soll, betonen die Christsozialen die Notwendigkeit, neue technologische Entwicklungen nicht zu verpassen.
Auch hochrangige Gäste wie Kanzler Friedrich Merz und der litauische Präsident Gitanas Nauseda werden erwartet. CSU-Chef Markus Söder, bekannt für seine wiederholten Forderungen nach Mini-Atommeilern, nimmt ebenfalls teil. Der Vorstoß stößt jedoch auf deutliche Kritik aus den Reihen der SPD, die von einer "Realitätsverleugnung" spricht. SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer warnt, dass Atomenergie die teuerste Form der Stromerzeugung darstelle und Pläne für einen Wiedereinstieg auf "militärische Absichten" schließen ließen.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann betont, dass es nicht darum gehe, zur Kernkraft der 70er zurückzukehren, sondern die nächste Generation sicherer, klimaneutraler Atomkraftwerke ohne radioaktiven Abfall zu fördern. Deutschland müsse wieder eine Vorreiterrolle in der Kernforschung einnehmen. Diese soll in die Entwicklung kleinerer, moderner Atomreaktoren einfließen, um die Energieversorgung billig und nachhaltig zu sichern. Eine Renaissance der Kernkraft soll zudem zur Senkung der Energiepreise beitragen.
Abgesehen von der Kernenergie sieht das CSU-Positionspapier weitere Punkte vor, darunter die Senkung der Stromsteuer und den Ausbau von Gas- und Bioenergie. In einer Zeit des Atomausstiegs und hoher Energiepreise entfacht die Diskussion um Kernenergie erneut eine hitzige Debatte.

