Kursaufschwünge bleiben am Rentenmarkt wohl aus
Während die Aktien-, Edelmetall- und Kryptowährungsmärkte derzeit im Aufwind sind, herrscht auf den Rentenmärkten Ruhe. Die verzinslichen Wertpapiere, vor allem durch die politische Lage in Frankreich beeinflusst, blieben nur kurz betroffen. Die wankende Regierung in Paris führte die Märkte zu Wochenbeginn kurzfristig auf Achterbahnfahrt. Doch die schnelle Ernennung eines neuen Premierministers durch Präsident Emmanuel Macron sorgte bereits wieder für Entspannung.
Diese Entwicklungen zeigten sich in den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, die nach einem kurzen Anstieg wieder auf einem stabilen Niveau von 2,68 Prozent verweilen. Ähnlich verhält es sich mit den US-Anleihen, welche eine Rendite von 4,11 Prozent erzielen. Obwohl kurzfristige Erholungen möglich sind, könnte es an der Zeit sein, Gewinne mitzunehmen, anstatt auf lang anhaltende Kursaufschwünge zu hoffen, wie Elmar Völker von der LBBW prognostiziert.
In den USA fehlen aktuell richtungsweisende ökonomische Daten aufgrund des anhaltenden Government Shutdowns. Der zuletzt als fragil eingestufte Arbeitsmarkt wird von Marktakteuren wie Tim Oechsner von der Steubing AG als entscheidend für die Zinspolitik angesehen. Bei der Fed herrscht Diskurs über den weiteren Weg in Bezug auf Inflation und Zinsniveaus, während von politischer Seite unter anderem Druck von Donald Trump ausgeübt wird, die Zinsen rasch zu senken.
Auf der Unternehmensanleihen-Front sind insbesondere Bonds von großen deutschen Konzernen gefragt. Anleihen von ENBW, Bayer und Siemens verzeichnen Käufe, ebenso wie eine lohnende Anleihe von Grenke Leasing. Abseits der bekanntesten Namen zieht eine Anleihe der New South Wales Treasury Corp. Aufmerksamkeit auf sich, die eine beachtliche Rendite von 5,3 Prozent bietet. Auch eine kürzlich begebene Anleihe der DEAG Deutsche Entertainment mit üppigem Kupon fand großen Zuspruch und war schnell vergriffen.

