K+S sichert Abwasser-Entsorgung trotz Aus von Grube Springen
Der Bergbaukonzern K+S sieht die Kali-Produktion im Werra-Gebiet trotz des Entfalls der Thüringer Grube Springen nicht in Gefahr. Ein Sprecher des Unternehmens versicherte, dass die Produktion in den kommenden Jahren stabil bleiben wird, da mittelfristige Lösungen zur Entsorgung der salzhaltigen Abwässer bereits in Aussicht stehen. Ein wesentlicher Teil des Entsorgungskonzepts beinhaltet den Transport von Abwasser in das ehemalige Kali-Werk Siegmundshall bei Hannover. Diese stillgelegte Grube wird über einen Zeitraum, der bis in die 2030er Jahren reicht, mit Sole geflutet.
Trotz der Herausforderung durch den Wegfall der Grube Springen hat K+S seit 2018 bedeutende Fortschritte bei der Abwasserreduktion gemacht. Die Inbetriebnahme der Kristallisation-Flotation-Anlage im Werk Werra führte zu einer jährlichen Abwasserverringerung um 20 Prozent. Diese Anlage stellt mit 180 Millionen Euro das bisher größte Projekt von K+S im Bereich Gewässerschutz dar.
Die Kali-Industrie in der Region, die rund 4.700 Mitarbeiter beschäftigt, darunter etwa 2.000 in Thüringen, bleibt ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. In Thüringen befindet sich neben dem Kali-Werk Unterbreizbach (Wartburgkreis) auch ein zentrales Analyse- und Forschungszentrum.
Das Regierungspräsidium Kassel hat Sicherheitsbedenken geäußert und jüngst das Einvernehmen für die von K+S geplante Einleitung von Abwässern in die Grube Springen verweigert. Dies ist Teil eines Staatsvertrags zwischen Thüringen und Hessen, der bei grenzüberschreitenden Projekten die Abstimmung der Behörden beider Länder vorschreibt. K+S zeigt sich aufgrund dieser Entwicklung skeptisch gegenüber einer zukünftigen Genehmigung.
Kritik entzündet sich insbesondere an der Frage der Langzeitsicherheit. Die von K+S geplante Einleitung wurde als potenzielles Risiko betrachtet, da der dauerhafte Schutz durch einen Sicherheitspfeiler zwischen den thüringischen und hessischen Bergwerksbereichen nicht umfassend nachgewiesen werden konnte.
Die Unternehmensexperten stehen indes zu ihrer Einschätzung, dass die Einstapelung hochkonzentrierter salzhaltiger Abwässer in die Grube Springen sicher sei, obgleich die Herausforderung bleibt, angesammeltes Süßwasser regelmäßig abzupumpen. Umweltschutzbedenken der Anwohner wurden ernst genommen, und K+S sucht weiterhin intensiv nach alternativen Entsorgungslösungen.

