Kryptowährungen: Der ruhigste Monat seit fast einem Jahr – Hacker bleiben aktiv
Der Februar war für Krypto-Diebe ungewöhnlich ruhig. Nach Monaten erheblicher Verluste verzeichnete die Branche im vergangenen Monat lediglich Schäden in Höhe von insgesamt $26,5 Millionen durch Hacks und Betrügereien – der niedrigste monatliche Wert seit 11 Monaten, so das Blockchain-Sicherheitsunternehmen PeckShield.
Diese Zahl steht in starkem Kontrast zu den Ereignissen Anfang 2025, als ein einzelner Angriff $1,5 Milliarden von der Krypto-Börse Bybit vernichtete.
Zwei Angriffe verursachten den größten Schaden
Von den 15 im Februar registrierten Vorfällen waren zwei Angriffe für den Großteil der Verluste verantwortlich. Der größere der beiden traf YieldBlox, einen von einer DAO verwalteten Kreditpool, am 21. Februar. Angreifer manipulierten Token-Preise und entzogen dem Protokoll $10 Millionen.
Am selben Tag wurde auch die dezentrale Identitätsplattform IoTeX angegriffen – fast $9 Millionen wurden durch einen privaten Schlüssel-Exploit entwendet. Diese beiden Vorfälle allein machten über 70% der Verluste des Monats aus.
Im Vergleich zu Januar ist der Rückgang deutlich. Berichte von PeckShield zeigen, dass die Gesamtsumme von $26,5 Millionen im Februar einen Rückgang von 69% gegenüber den $86 Millionen im Vormonat darstellt.
Ein Teil der Erklärung, so ein Sprecher von PeckShield, liegt einfach im Fehlen eines aufsehenerregenden Milliarden-Dollar-Angriffs. Wenn kein einzelner Angriff die Zahlen dominiert, erscheinen die Gesamtsummen weitaus überschaubarer.
Auch die Marktbedingungen spielten eine Rolle. Bitcoin fiel Anfang Februar unter $70.000, was eine breite Marktkorrektur auslöste, die den Fokus von Protokollangriffen abzulenken schien.
In turbulenten Zeiten sind Händler und Institutionen damit beschäftigt, Verluste zu managen und Liquidität zu verschieben. Ein solches Umfeld, so Berichte, neigt dazu, Exploit-Aktivitäten zu unterdrücken, anstatt sie zu fördern.
Strengere Sicherheitsstandards im Kryptobereich
Die Verbesserung ist möglicherweise nicht nur auf Glück oder Timing zurückzuführen. Analysten sagen, dass strengere Risikokontrollen, eine bessere Überprüfung von Geschäftspartnern und eine verbesserte Echtzeitüberwachung auf großen Plattformen zu einer sichereren Umgebung beigetragen haben.
Künstliche Intelligenz wird als aufstrebende Kraft im Kampf gegen Schwachstellen angesehen. Automatisierte Code-Prüfungen, Anomalieerkennungstools und Angriffssimulationen vor der Bereitstellung erkennen Probleme früher – bevor sie ausgenutzt werden können.
Experten sagen, dass, wenn die Sicherheitsstandards mit der Innovationsrate Schritt halten, die Verluste im Laufe des Jahres weiter zurückgehen könnten.
Phishing bleibt eine hartnäckige Bedrohung
Nicht alles entwickelt sich in die richtige Richtung. Phishing-Angriffe – bei denen Kriminelle sich als vertrauenswürdige Kontakte oder Plattformen ausgeben, um Anmeldedaten und private Schlüssel zu stehlen – bleiben ein ernstes und anhaltendes Problem.
Die Verluste durch Wallet-Phishing-Schemata sind 2025 stark gesunken, von $494 Millionen auf $83 Millionen. Doch die Bedrohung ist nicht verschwunden.
Laut PeckShield verlagern böswillige Akteure zunehmend ihren Fokus vom Angriff auf den Code hin zum Angriff auf Menschen. Einen Benutzer dazu zu bringen, den Zugang zu übergeben, ist oft einfacher als das Knacken eines gut geprüften Smart Contracts.
Das Unternehmen riet sowohl Institutionen als auch großen Inhabern, auf Multi-Signatur-Lösungen für die kalte Speicherung zu setzen und die Sicherheit privater Schlüssel als nicht verhandelbar zu betrachten.

