Kritik an iranischen Sicherheitskräften nimmt zu: Wadephul fordert Einhaltung internationaler Standards
Die politischen Spannungen im Iran erreichen einen neuen Höhepunkt, während Außenminister Johann Wadephul die intensiven Maßnahmen der iranischen Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten scharf kritisierte. Der CDU-Politiker nutzte die Plattform X, um die Regierung des Iran zur Einhaltung ihrer internationalen Verpflichtungen zu ermahnen. Wadephul betonte das Recht der iranischen Bevölkerung, friedlich ihre Meinung zu äußern, und verurteilte die exzessive Gewaltanwendung aufs Schärfste.
Hintergrund der aktuellen Unruhen ist eine akute Wirtschaftskrise, die das Land seit fast zwei Wochen in Atem hält. Ein dramatischer Verfall der Landeswährung, der Rial, und die daraus resultierende Protestwelle begannen in Teheran, als verärgerte Händler ihre Empörung erstmals auf die Straßen trugen. Inzwischen haben die Proteste auch die ländlichen Gebiete erfasst und sich damit landesweit ausgeweitet.
Laut Angaben des in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerks HRANA hat das gewaltsame Vorgehen der Staatsmacht bereits zu mindestens 38 Todesopfern geführt, insbesondere in den ländlichen Regionen zeigt die Regierung wenig Zurückhaltung. Der Ruf nach internationalen Appellen zur Mäßigung im Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung wird immer lauter.

