Krise im Berliner Stromnetz: Giffey fordert Bundeshilfe und mehr Sicherheit

Die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey hat angesichts der jüngsten Vorfälle im Berliner Stromnetz erneut Alarm geschlagen und konkrete Hilfe vom Bund angemahnt. Der Hintergrund ist ein mutmaßlicher Anschlag, der am vergangenen Wochenende große Teile des Stromnetzes im Südwesten der Hauptstadt lahmlegte. Giffey betonte im RBB-Inforadio, dass die Unterstützung des Bundes bei der Aufklärung entscheidend sei. Die zentrale Frage sei, ob es sich um ideologisch motivierte Gruppen handle oder ob möglicherweise mehr dahintersteckt.
Die Senatorin zeigte sich besorgt über die gefährlichen Ansichten im Bekennerschreiben der sogenannten "Vulkangruppe" und unterstrich, dass der Angriff nicht nur die Infrastruktur, sondern die gesamte freie Gesellschaft im Visier habe. Dies unterstreiche die Bedeutung von Staats- und Verfassungsschutz in dieser Ermittlung.
Besondere Beachtung schenkte Giffey dem Schutz kritischer Infrastrukturen. Sie forderte, dass sensible Informationen, wie der Verlauf von Stromkabeln, nicht uneingeschränkt im Internet verfügbar sein sollten und überdenkt, ob der Zugang am Ufer des Teltowkanals zukünftig eingeschränkt werden müsse. Sicherheit müsse hier klar vor Transparenz stehen.
Trotz der Herausforderungen zog Giffey ein positives Fazit bezüglich der Notfallreaktionen auf den großflächigen Stromausfall. Seit dem Vorfall konnten bereits viele Haushalte wieder ans Netz gehen. Notstromaggregate sichern zusätzlich die Versorgung, insbesondere in Einrichtungen mit hohem Bedarf. Die Maßnahmen zur Resilienz der Energieversorgung, die zuvor entwickelt wurden, hätten sich nun bewährt und ermöglichten eine koordinierte und zeitgerechte Behebung der Versorgungsprobleme.

