Krankenhaus im Gazastreifen im Zentrum eines Sicherheitsstreits
Im Nasser-Krankenhaus in Chan Junis, eines der letzten noch funktionierenden Krankenhäuser im Gazastreifen, kommt es zu Spannungen zwischen der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) und der Klinikleitung. MSF hat angekündigt, seine nicht dringlichen Aktivitäten einzustellen, nachdem Berichte über die Anwesenheit bewaffneter Männer auf dem Klinikgelände laut geworden sind.
Mitarbeiter von MSF haben in den vergangenen Monaten bewaffnete, teilweise maskierte Personen im Krankenhaus gesichtet. Besonders seit der im letzten Jahr begonnenen Waffenruhe nahmen diese Sichtungen laut MSF zu. Zudem gab es Berichte über Einschüchterungen, willkürliche Festnahmen von Patienten und Verdachtsmomente bezüglich Waffenbewegungen. Diese Sicherheitsrisiken wurden als ernsthaft für die Teams und Patienten bezeichnet.
Das Nasser-Krankenhaus hat die Vorwürfe als falsch zurückgewiesen und argumentiert, dass es keine militärischen, sondern schützende Aktivitäten seitens einer zivilen Polizeitruppe gebe. Israel hingegen wirft der Hamas vor, medizinische Einrichtungen für militärische Zwecke zu missbrauchen. Ein Beispiel dafür ist ein Angriff im vergangenen Jahr auf das Nasser-Krankenhaus, bei dem etwa 20 Menschen, darunter fünf Journalisten, ums Leben kamen.
Inmitten dieser angespannten Lage plant Israel, den Einsatz von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen zu unterbinden. Der Grund: MSF hat sich geweigert, geforderte Listen palästinensischer Ortskräfte vorzulegen.

