Konfliktlösung in Sicht: Iran und USA setzen Gespräche fort
Der Iran und die USA zeigen sich erneut dialogbereit und planen, ihre Verhandlungen in der Schweiz weiterzuführen. Genf wird am Dienstag zum Schauplatz der Fortsetzung des diplomatischen Schlagabtauschs, so berichtet die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Es ist die zweite Begegnung, seitdem beide Nationen Anfang Februar ihre Gespräche wieder aufgenommen haben, wobei der Oman als Vermittler eine zentrale Rolle spielt. Die von Außenminister Abbas Araghtschi geleitete Delegation hat bereits am Sonntag ihre Reise angetreten.
Die Diskussionen sind vor allem auf das umstrittene Atomprogramm des Iran fokussiert. Washington strebt danach, eine nukleare Aufrüstung Teherans zu verhindern, während die iranische Führung signalisiert, ihr Atomprogramm zu beschränken, sofern im Gegenzug die wirtschaftlichen Sanktionen gelockert werden. Andere Themen, wie das Raketenprogramm oder die Beziehungen zu antiisraelischen Gruppierungen, werden jedoch von iranischer Seite bewusst ausgeklammert. Parallel zu den Hauptverhandlungen plant Araghtschi laut Irna ebenfalls Gespräche mit Rafael Grossi, dem Leiter der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA).
Die politisch angespannte Lage verschärfte sich im Januar, als der Staat Iran Massenproteste unterdrückte und US-Präsident Donald Trump als Reaktion mit zusätzlichem militärischem Druck, einschließlich der Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers in die Region, drohte. Dies verstärkt die Besorgnis über das mögliche Scheitern der Gespräche und die Gefahr eines erneuten Krieges. Die Schweiz bleibt dabei ein geschätzter neutraler Vermittler für den Iran und einige Golfstaaten. Gleichzeitig fungiert sie im Iran als Vertreterin der US-Interessen, da die USA dort keine diplomatische Präsenz haben.

