Kolumbien: Inflation übertrifft erneut Erwartungen
Die kolumbianische Inflationsrate hat auch im Dezember die Erwartungen übertroffen und die Zielvorgaben der Zentralbank zum vierten Mal in Folge verfehlt. Die Verbraucherpreise stiegen 2024 um 5,2 Prozent, wie die nationale Statistikbehörde am Donnerstag mitteilte. Diese Rate entsprach dem Niveau des Vormonats und lag damit knapp über der Prognose von 5,16 Prozent, die von 22 Experten in einer Bloomberg-Umfrage erwartet worden war.
Das angestrebte Inflationsziel Kolumbiens liegt bei 3 Prozent, mit einer Toleranz von einem Prozentpunkt nach oben oder unten. Eine Variante der Kerninflation, die volatile Lebensmittelpreise ausschließt, verlangsamte sich leicht auf 5,65 Prozent. Monatlich betrachtet stiegen die Preise um 0,46 Prozent.
Im letzten Monat hatte die Zentralbank überraschend das Tempo der monetären Lockerung verlangsamt, indem sie den Leitzins nur um einen Viertelprozentpunkt auf 9,5 Prozent senkte. Diese Entscheidung überraschte viele Analysten, die eine aggressivere Zinssenkung erwartet hatten. Fünf der sieben Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses argumentierten, dass die verschärften finanziellen Rahmenbedingungen und die Unsicherheiten in Bezug auf die fiskalische Lage der Regierung einen behutsamen geldpolitischen Ansatz erfordern.
Zudem erwägen die Entscheidungsträger die Auswirkungen der diesjährigen 9,5-prozentigen Erhöhung des Mindestlohns, die nicht nur die Arbeitskosten, sondern auch die Preise für bestimmte Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung beeinflussen wird. Die nächste Sitzung der Zentralbank zur Geldpolitik ist für den 31. Januar angesetzt. Diese könnte für einige Vorstandsmitglieder die letzte sein, da Präsident Gustavo Petro gemäß der Verfassung zwei Mitglieder austauschen darf.
Der linksgerichtete Staatschef und sein Finanzminister haben sich für schnellere Zinssenkungen ausgesprochen, um das Wirtschaftswachstum zu fördern.

