Erleichterung an Europas Börsen: Konsolidierung nach Höhenflug
Nach einem beachtlichen Jahresauftakt auf den europäischen Märkten, zeigt der EuroStoxx 50 erste Anzeichen einer Konsolidierung. Der Index, der in den vergangenen Tagen unaufhaltsam neue Höhen erklommen hatte, verabschiedete sich mit einem leichten Rückgang von 0,14 Prozent bei 5.923,57 Punkten aus dem Handel. Besonders im Blick: die bevorstehende Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten. Laut Maximilian Wienke von eToro beeinflusst die Rückkehr regulärer Konjunkturdaten die Marktstimmung, da sie für mehr Transparenz, aber auch für eine erhöhte Sensibilität sorgt.
Zudem gaben der britische FTSE 100 um 0,74 Prozent auf 10.048,21 Einheiten und der Schweizer SMI auf 13.324,03 Zähler leicht nach. Besonders im Vereinigten Königreich spürten Rohstoff- und Ölaktien Gegenwind, während der Schweizer Markt Stabilität demonstrierte, obwohl gegen Mittag ein neuer Rekord nicht gehalten werden konnte.
Die Ölbranche stand unter Druck, ausgelöst durch politische Spannungen in Venezuela. Trotz des weltgrößten Ölreservenlandes trägt Venezuela wenig zur globalen Versorgung bei. Präsident Donald Trumps Ankündigung, Subventionen für Firmen anzubieten, die den Wiederaufbau in Venezuela unterstützen könnten, löste Bedenken bezüglich eines möglichen Überangebots aus. Jochen Stanzl von der Consorsbank betont: "Die Aussicht auf eine Zunahme des globalen Ölangebots drückt weiter auf die Preise."
Inmitten dieses Trends stachen Stahl- und Pharmawerte als Lichtblicke hervor. ArcelorMittal profitierte von der positiven Einschätzung durch Morgan Stanley und legte 4,5 Prozent zu. Ähnlich erfolgreich schloss der Pharmariese Roche mit einem Plus von 2,5 Prozent. Hier zeigte sich Barclays optimistisch und erhöhte das Kursziel spürbar, gestützt durch erwartete Wachstumsmöglichkeiten neuer Produkte.
Immobilienaktien stiegen als stärkster Sektor an, bedingt durch Spekulationen um Zinsentwicklungen. Analyst Stanzl merkte an, dass venezolanische Öllieferungen möglicherweise in den USA zu sinkenden Benzinpreisen führen könnten. Dies eröffnet neuen Raum für Spekulationen um Zinssenkungen, falls die US-Notenbank von fallenden Inflationsraten überrascht wird.

