Koalition der Einsparungen: Kompromiss im Vermittlungsausschuss gesucht
Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat ist zur Erörterung eines bedeutsamen Gesetzesvorhabens zusammengekommen, das eine Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge für das kommende Jahr anstrebt. Hintergrund dieser Beratungen ist das im November von den Ländern gestoppte Sparpaket, das von Gesundheitsministerin Nina Warken initiiert wurde. Kernpunkt der Auseinandersetzungen ist eine angestrebte Senkung der Ausgaben in Krankenhäusern. Eine Einigung ist dringend erforderlich, da Bundestag und Bundesrat bereits diesen Freitag darüber entscheiden wollen.
Im Zentrum der Diskussion steht der Vorstoß, die Ausgaben der Kliniken um 1,8 Milliarden Euro zu reduzieren. Diese Maßnahme bildet den Hauptbestandteil eines Gesamtpakets von zwei Milliarden Euro und soll die Klinik-Vergütungen ab 2026 an tatsächlichen Kostensteigerungen orientieren. Ziel der Initiative ist, ab dem 1. Januar 2026 die Zusatzbeiträge der Kassen auf einem stabilen Niveau zu halten.
Gesundheitsministerin Warken hat einen kompromissbereiten Vorschlag unterbreitet, der die direkten Auswirkungen bis 2026 beschränken soll und ab 2027 eine verbesserte Ausgangslage für Vergütungsregelungen schaffen könnte. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig äußerte jedoch Bedenken und forderte vom Bund ein größeres Entgegenkommen. Ein einmaliger, moderater Sparbeitrag der Kliniken sei akzeptabel, eine massive Belastung jedoch nicht.
Auch die gesetzlichen Krankenkassen fordern vehement eine Einigung, um den zu erwartenden Anstieg der Zusatzbeiträge einzudämmen. Oliver Blatt vom Spitzenverband warnte, dass ohne einen Konsens die finanziellen Belastungen für Versicherte, deren Arbeitgeber und die Wirtschaft weiter steigen könnten. Die Krankenversicherungen stehen vor der Pflicht, in den kommenden Tagen die Höhe ihrer Zusatzbeiträge für 2026 festzulegen. Gegenwärtig beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2,9 Prozent, neben dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent. Trotz der Sparmaßnahmen erwarten viele Kassen Vertreter jedoch, dass weitere Erhöhungen unvermeidlich sein könnten, da zahlreiche Kassen gezwungen sind, ihre Reserven auf Mindeststandards aufzustocken.

