Klingbeil äußert Unverständnis über Vorschläge zur Privatisierung der Zahnarztkosten
Vizekanzler Lars Klingbeil hat klar Stellung zu den aktuellen Diskussionen um Einschnitte bei zahnärztlichen Leistungen für gesetzlich Krankenversicherte bezogen. Bei einem Besuch in Warschau machte er deutlich, dass ein solcher Ansatz für ihn unverständlich sei. „Ich glaube nicht, dass wir in unserem Land wollen, dass man vom Zustand der Zähne ablesen kann, wie der Geldbeutel ausgestattet ist“, kommentierte Klingbeil die Vorschläge mit offenkundigem Unmut. Auf solche Vorstöße könne er nur mit Kopfschütteln reagieren.
Die Debatte war kürzlich durch den CDU-Wirtschaftsrat angestoßen worden. Der parteinahe Unternehmer-Verein plädierte dafür, Zahnarztbehandlungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu entfernen und diese zu privatisieren.
Klingbeil, der gleichzeitig SPD-Vorsitzender ist, kritisierte die derzeitige Gesprächskultur im Land. Es könne nicht sein, dass fleißigen Menschen gesagt werde, sie müssten mehr leisten oder gar zurückstehen. Nachhaltige Reformen seien nur möglich, wenn alle Teile der Gesellschaft mitgenommen würden und nicht nur einzelne Gruppen die Last der Veränderungen trügen. Gleichzeitig hat ein Regierungssprecher klargestellt, dass es unter der aktuellen Koalition aus CDU und SPD keine Pläne für solche Reformen gebe.

