Juli Zeh lehnt mögliche Richterrolle am Bundesverfassungsgericht ab
Die renommierte Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh hat klargestellt, dass sie eine eventuelle Nominierung für das Bundesverfassungsgericht ablehnen würde. In einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ erklärte Zeh, sie empfinde eine tiefe Dankbarkeit gegenüber ihrem Heimatland und würde die Anfragen als große Ehre betrachten. Dennoch betonte sie, dass eine solche Rolle unvereinbar mit ihrer künstlerischen Laufbahn sei, die sie nicht aufgeben wolle. Zeh ist nicht nur eine erfolgreiche Bestsellerautorin, sondern engagiert sich auch als ehrenamtliche Richterin am Landesverfassungsgericht in Brandenburg und ist Mitglied der SPD. Ihre persönliche Erfahrung in der Justiz hebt die immense Arbeitsbelastung hervor, der Richterinnen und Richter ausgesetzt sind. Diese sei beim Bundesverfassungsgericht noch erheblich höher, was eine Nebentätigkeit quasi ausschließe. Der Rückzug der Potsdamer Jura-Professorin Frauke Brosius-Gersdorf als Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht hatte bereits vor einigen Tagen Aufsehen erregt. Die Wahl von Brosius-Gersdorf, die im Bundestag im Juli gescheitert war, wurde durch Widerstände innerhalb der Unionsfraktion blockiert. Zeh kritisierte den medialen Umgang mit der Causa und forderte eine sachlichere Berichterstattung und Informationsvermittlung statt Empörung und Skandalisierung.

