JPMorgan: Bitcoin gewinnt an Attraktivität gegenüber Gold

In den letzten Wochen hat sich die Rolle von Bitcoin in der Diskussion um große Investitionen verändert. Analysten von JPMorgan sehen Bitcoin nun als attraktiver für langfristige Investoren im Vergleich zu Gold, wenn man das Risiko entsprechend anpasst. Dies ist bemerkenswert, da Gold seit Jahrzehnten als bevorzugter sicherer Hafen gilt.
Der Goldpreis hat sich nach einem starken Rückgang im Februar wieder erholt und liegt nun bei etwa $5.000 pro Unze. Große Banken prognostizieren eine weitere Stärkung bis 2026. JPMorgan erwartet sogar, dass der Goldpreis bis zum Jahresende auf etwa $6.300 pro Unze steigen könnte.
Gleichzeitig zeigt Bitcoin eine schwankende Entwicklung. Nachdem Bitcoin einen Höchststand von über $126.000 erreicht hatte, fiel der Kurs um fast 50% und pendelte sich Anfang Februar bei etwa $65.000 bis $70.000 ein. Dieser Rückgang ließ den Bitcoin-Kurs unter die geschätzten Produktionskosten von etwa $87.000 fallen.
Eine Brücke zwischen Preis und Risiko
Berichten zufolge basiert die Einschätzung von JPMorgan nicht nur auf den aktuellen Kursen dieser Vermögenswerte, sondern auch auf deren Volatilität. Während die Volatilität von Gold aufgrund geopolitischer und makroökonomischer Entwicklungen gestiegen ist, hat sich die Volatilität von Bitcoin von ihren extremen Schwankungen etwas beruhigt.
Dies zeigt sich im Bitcoin-zu-Gold-Volatilitätsverhältnis, das laut JPMorgan auf etwa 1,5 gesunken ist, ein Rekordtief. Dies bedeutet, dass Bitcoin nur etwa das 1,5-fache des Risikos von Gold trägt, was enger ist als die historischen Normen. Diese Veränderung macht die risikobereinigten Renditen von Bitcoin wettbewerbsfähiger.
Unter diesem Gesichtspunkt müsste die Marktkapitalisierung von Bitcoin erheblich steigen, um die etwa $8 Billionen private Investitionen in Gold zu erreichen. Sollte dies geschehen, könnten Modelle Bitcoin-Preise von etwa $266.000 implizieren. JPMorgan betont, dass dies kein kurzfristiges Ziel ist, sondern die theoretische Berechnung zeigt, wie viel Potenzial besteht, wenn sich die Marktstimmung ändert.
Marktbewegungen erzählen eine andere Geschichte
Auf dem breiteren Markt sind auch andere Kryptowährungen wie XRP, Ethereum und Solana von demselben Risikoabbau betroffen, der Bitcoin getroffen hat. Diese Kryptowährungen haben in den letzten Sitzungen starke Rückgänge erlebt, da Händler risikoreichere Wetten mieden, was das Kaufinteresse und die Liquiditätsbedingungen testet. Solche Bewegungen zeigen, dass die relative Ruhe in der Volatilität nicht garantiert ist, insbesondere wenn sich die Märkte verschärfen.
Auch die Schwankungen des Goldpreises haben die Nerven der Investoren getestet. Anfang 2026 erlebte Gold einige seiner extremsten Schwankungen, darunter zweistellige Rückgänge und Erholungen, die seinen Ruf als „stabiler“ sicherer Hafen herausforderten. Doch die Erholung auf fast $5.000 pro Unze unterstreicht die Nachfrage von defensiven Käufern.
JPMorgans Einschätzung bedeutet nicht, dass Bitcoin Gold sofort in Portfolios ersetzen wird. Vielmehr weisen Analysten darauf hin, wie das relative Risiko und die Belohnung heute gemessen werden. Die jüngst geringere Volatilität von Bitcoin sowie das enorme theoretische Aufwärtspotenzial im Vergleich zur Marktkapitalisierung von Gold machen es zu einem interessanten Kandidaten für langfristige Überlegungen.

