Jahresvorschau 2026

12. Januar 2026, 17:47 Uhr · Quelle: LifePR
Das Marta Herford zeigt 2026 Ausstellungen zu Frank Gehry und modernen Künstlern, die historische und gesellschaftliche Themen aufgreifen.

Herford, 12.01.2026 (lifePR) - Mit dem Ausstellungsprogramm 2026 positioniert sich das Marta Herford einmal mehr an der Schnittstelle von Kunst und Architektur und verbindet historische Perspektiven mit aktuellen Fragestellungen. Mit insgesamt fünf Ausstellungen wird ein Bogen von dem visionären Ansatz Frank Gehrys und den Künstler*innen seiner Generation bis zu aktuellen künstlerischen, poetischen, politischen und ökologischen Fragestellungen gespannt.

Mit der ersten Präsentation seiner Werke nach Frank Gehrys Tod († 5. 12. 2025) wird im Sommer 2026 die Ausstellung Mindset Los Angeles die Quellen der visionären Architektur Gehrys durch seine Verbindungen in die Kunstszene der Westküste aufzeigen. Ausgehend von Gehrys Entwürfen sowie Werken heute prominenter Künstler seit den 1960er Jahren wird die Schau im Obergeschoss mit nachfolgenden Generationen erweitert, so dass das Projekt von Juni bis November 2026 das gesamte Museumsgebäude einnimmt.

Auch die Ausstellung von Lois Weinberger und Katinka Bock befasst sich mit der Architektur des Museums. Verborgene Wasserleitungen sowie das organische Wachstum werden als künstlerisch poetischer Prozess sichtbar gemacht. Das Marta als Museum für Gegenwartskunst bietet auch der ganz jungen Generation eine Bühne und ist erstmalig Station des renommierten ars viva-Preises, der bereits seit 1953 heute im Kanon angekommene Künstler*innen früh gefördert hat. Mit dem 2015 gegründeten Marta-Preis wird in diesem Jahr die international renommierte Malerin Kerstin Brätsch ausgezeichnet. Ihre Ausstellung ergänzt eine Installation, die im November 2025 im Marta Café eröffnet wurde. Im Kontext des Marta-Preises der Wemhöner Stiftung wird zudem ein weiteres Werk der Künstlerin im Anschluss an ihre Einzelausstellung die Museumssammlung erweitern. 

Einen neuen Schwerpunkt bildet das Programm des Dritten Ortes im Museum im Jahr 2026: Im Marta HOCH 2 steht das Thema der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. Hierzu findet während des Ausstellungsumbaus im Juni 2026 ein partizipatives Kinder- und Jugend-Festival statt, dessen Ergebnisse u.a. im Marta-Forum und -Atelier ausgestellt werden. Der durch das Ministerium geförderte Dritte Ort erweitert das breit angelegte Outreach- und Vermittlungsprogramm des Hauses und macht das Museum zu einem lebendigen Raum für Vielfalt und Begegnung mit wöchentlichen Teilhabe-Angeboten.

Kartografien des Wachstums
Katinka Bock im Dialog mit Lois Weinberger

7. 2. – 7. 6. 2026
Eröffnung Freitag, 6. 2. 2026, ab 18 Uhr

In der einzigartigen Architektur der Gehry-Galerien treten Werke des visionären Pioniers Lois Weinberger (*1947 in Stams, † 2020 in Wien) und der zeitgenössischen Bildhauerin Katinka Bock (*1976 in Frankfurt, lebt in Paris) in einen künstlerischen Dialog. Dieser widmet sich Prozessen, die sowohl in Natur und Material als auch in Architekturen und Raum angelegt sind. Während sich Weinberger in seinem Werk so genannten „Ruderalpflanzen“, vermeintlichen Unkräutern, sowie Kartografien und archäologischen Spuren verschrieb, fokussiert Katinka Bock mit ihren Arbeiten physikalische Veränderungen von Materialien, die sie in poetische Installationen überführt.

Beide Künstler*innen verbindet die Beschäftigung mit natürlichen Vorgängen, die künstlerisch genutzt werden. Die für die Ausstellung gewählten und zum Teil neu entstandenen Werke reagieren auf die Museumsarchitektur und wachsen buchstäblich über diese hinaus in den Außenraum rund um das Marta.

Ort
Gehry-Galerien

Mit freundlicher Unterstützung
Kunststiftung NRW / Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport / Institut français / République française

Ars viva-Preis 2026
Ryan Cullen, Nazanin Noori, Prateek Vijan

14. 3. - 25. 5. 2026
Eröffnung Freitag, 13. 3. 2026, ab 18 Uhr

Die Ausstellung präsentiert die drei ars viva-Preisträger*innen 2026 und richtet damit den Blick auf eine junge Generation von Künstler*innen. Die eigens für die Schau entwickelten Beiträge kommentieren auf unterschiedliche und eindrückliche Weise kulturelle, gesellschaftliche und politische Verflechtungen.

Ryan Cullen thematisiert in seinen Malereien und Skulpturen politische und ideologische Strukturen. Nazanin Noori setzt sich mit der Verbindung von Architektur, Skulptur und Klang auseinander und schafft multisensorische Erzählungen, in denen sich interkulturelle poetische und musikalische Quellen verbinden. Prateek Vijan untersucht, wem zu welchen Systemen Zugang gewährt wird und auf welche Weise. Mit seinen Installationen konfrontiert er die Besuchenden mit Situationen von Ausgrenzung und Barrieren, die er räumlich erfahrbar macht.

Den ars viva-Preis für Bildende Kunst vergibt der Kulturkreis jährlich seit 1953 an herausragende junge, in Deutschland lebende Künstler*innen unter 35 Jahren. Das Marta Herford ist die erste mehrerer Ausstellungsstationen.

Ort
Lippold-Galerie

In Kooperation mit Kulturkreis der deutschen Wirtschaft

Gefördert durch Péter Horváth Stiftung

Mindset Los Angeles
Frank Gehry und die Cool School

27. 6. 2026 – 10. 1. 2027
Eröffnung Freitag, 26. 6. 2026, ab 18 Uhr

Das Denken und Bauen des Architekten Frank Gehry ist maßgeblich mit dem Einfluss von Los Angeles und der dortigen Kunstszene verbunden. Diese umfassende Ausstellung widmet sich Gehrys früher künstlerischer Prägung, die zu seinem revolutionären

Ansatz führte, Architektur neu zu denken. Das freigeistige Umfeld rund um die Gruppe der „Cool School“, die sich seit Ende der 1950er Jahre in Los Angeles etablierte, war ein Schmelztiegel künstlerischer (Material-) Experimente, geprägt von der Beat-Literatur.

In diesem vibrierenden Netzwerk an der kalifornischen Küste entwickelt sich ein inspirierender kunst- und architekturübergreifender Dialog.

„In 1964, my Danzinger House was being built, and when I would go to the site I would find Ed Moses there. And Kenny Price and Larry Bell. (…) I got really excited that they were interested in what I was doing. I was just hot out of the box, and the architects of the period were not so much interested in what I was doing. In fact, they were critical. So I sort of found a family. Ed was very important because he liked what I was doing, and I got to know Billy Al Bengston and Kenny Price and John Altoon and Bob Irwin and Craig Kauffman. (…) What I learned from the artists was what wasn’t happening in the architecture realm. It was a freedom more closely related to what was going on in the world. The artists were more willing to be commentators.“[1]

Der Einfluss Kaliforniens und die Möglichkeit, sich hier kreativ zu entfalten und ohne vorherrschendes Korsett etwas Neues zu schaffen, war einzigartig und führte zu dem enormen Erfolg der Künstler*innenszene, die wiederum starken Einfluss auf Frank Gehry ausübte: „I think a lot of the inspiration from my early work came from the Los Angeles artists‘ studios. For instance , Billy Al (Bengston) would change his studio every month. He would knock a wall out, make a loft, change a doorway. Every time I went there to dinner it looked different. (…) I was like a sponge, taking it all in.“[2]

Die Schau im Marta Herford, einer einzigartigen Bauskulptur von Frank Gehry, versammelt diese Einflüsse und eröffnet Verbindungen zu ikonischen Werken der amerikanischen Nachkriegskunst sowie der folgenden Generationen aus diesem Kontext. Erstmalig wird mit dieser Ausstellung, die in enger Kollaboration mit dem Architekten und seinem Büro entstanden ist, der künstlerische Einfluss von Frank Gehry thematisiert.

Künstler*innen

John Altoon, Carl Andre, John Baldessari, Larry Bell, Billy Al Bengston, John Chamberlain, Corita Kent, Frank Gehry, David Hockney, Donald Judd, Claes Oldenburg, Ken Price, Deborah Remington, Ed Ruscha, Richard Serra, Pae White u. a.

Ort
Gehry-Galerien

Gefördert durch Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

[1] Zitat Frank Gehry: In: Barbara Isenberg, „Frank [O.] Gehry“, in State of the Arts: California Artists Talk about Their Work, New York, William Morrow, Harper Collins, 2000, S. 50.

[2]   Zitat Frank Gehry: In: Barbara Isenberg, „Frank [O.] Gehry“, in State of the Arts: California Artists Talk about Their Work, New York, William Morrow, Harper Collins, 2000, S. 49-50.

Mindset Los Angeles
Werke aus der Sammlung Schürmann

27. 6. – 8. 11. 2027
Eröffnung Freitag, 26. 6. 2026, ab 18 Uhr

Die Kunstszene aus Los Angeles als breites Mindset nimmt in dieser Laufzeit das gesamte Museum Marta ein. Das kalifornische Lebensgefühl, aber auch hiermit verbundene Dystopien schaffen die Matrix für eine Künstler*innen-Szene, die sich bis auf aktuelle Generationen auswirkt. Ausgewählte Werke aus der umfangreichen Sammlung Schürmann zeigen exemplarische Positionen der 1990er- und Nullerjahre und knüpfen an die sogenannten "Cool School Artists" an, die im Erdgeschoss im Zentrum stehen.

Das Herzstück in der Lippold-Galerie bildet die laborartige Installation The Great Sea Battles of Wilhelm Schürmann (1994–95) von Jason Rhoades, die auf Fotografien des Sammlers basiert. Themen wie gesellschaftliche Brüche, Spannungen und widersprüchliche Bilder, oft im Kontext der US-amerikanischen (Konsum-)Kultur, definieren zugleich den gedanklichen Rahmen für die weiteren Skulpturen und Malereien, die hier zusammen präsentiert werden.

Das Museum Marta als Ort des Raumerlebnisses wie auch die Achse Herford-Los Angeles werden so einmal mehr in den Fokus der Ausstellungsprogrammatik gerückt.

Künstler*innen

Edgar Arceneaux, Sam Durant, Richard Hawkins, Jason Rhoades, Aura Rosenberg u. a.

Ort
Lippold-Galerie

Gefördert durch Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Kerstin Brätsch
Marta-Preis 2025

28. 11. 2026 – 28. 2. 2027
Eröffnung Freitag, 27. 11. 2026, ab 18 Uhr

Die bereits renommierte Künstlerin Kerstin Brätsch (*1979 in Hamburg, lebt in Berlin und New York) verbindet in ihren Werken digitale Verfahren, Vervielfältigungsmethoden – sowie traditionelle Handwerkstechniken mit malerischer Gestik. Es entstehen farbintensive und vielschichtige Installationen, die Räume in Erlebnisfelder transformieren. Mit ihrer Malerei positioniert sich die Künstlerin in einer zeitgemäßen

Debatte um Postdigitalität. Durch ihre kollaborative Praxis, ihr stetiges Ausprobieren neuer handwerklicher Techniken sowie durch Installationen außerhalb von klassischen Ausstellungsräumen hinterfragt sie die Aura von Kunst – die besondere Ausstrahlung und Einzigartigkeit eines Werks – insbesondere in Bezug auf Malerei.

Die Ausstellung wird mit der Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Marta-Preises eröffnet. Dieser wurde 2025 neu ausgerichtet und umfasst eine Ausstellung, eine Publikation sowie ein Werk, das in die Sammlung Marta übergeht. Der*die Preisträger* in wird von einer unabhängigen Fachjury ausgewählt.

Ort
Lippold-Galerie

Der Marta-Preis wird von der Wemhöner Stiftung getragen.

Marta HOCH 2 – Der Dritte Ort im Marta

Das Marta HOCH 2 wurde im Herbst 2024 als durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderter Dritter Ort eröffnet. Nach der erfolgreichen einjährigen Konzeptphase startete der Treffpunkt auf der 2. Etage des Museums 2025 in die Umsetzungsphase und wurde insgesamt von 2314 Menschen besucht. Im Laufe des Jahres fanden 140 Termine statt, darunter kreative Workshops, Netzwerktreffen und Veranstaltungen wie Konzerte. Einzelpersonen und Einrichtungen nutzen ebenfalls die Möglichkeit, den Raum aktiv durch eigene Ideen und Veranstaltungen mitzugestalten. Ergänzt wurde das Angebot durch eine Vielzahl an kreativen Mitmachaktionen in Herford und Umgebung, wie etwa bei der Herforder City-Kirmes. In diesem Jahr steht die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt und bildet den Rahmen für ein partizipatives Kunst- und Kulturfestival im Sommer (9. 6. – 21. 6. 2026).

Besuchszahlen 2025

Im Jahr 2025 konnte das Marta Herford eine Steigerung der Besuchszahlen um 25% erwirken!

Insbesondere die Jahresauftakt-Ausstellungen zu Luigi Colani und dem RecyclingDesignPreis sowie durch die Ausstellung Other People Think mit Werken aus der Privatsammlung Wemhöner trugen zu dieser großen Steigerung bei. Konkret besuchten 54.060 Menschen das Marta, somit fast 11.000 mehr als in 2024 (43.096).

Mit Abstand die größte Gruppe bleiben mit 44,3% Besuchende aus der Stadt Herford, ihre Zahl stieg um rund 15% auf fast 24.000. Besonders stark der Zuwachs aus dem übrigen Kreisgebiet, hier wurde ein Anstieg von 5% auf 7,1% verzeichnet. Die zweitgrößte Gruppe sind mit 9,8% Besuchende aus Bielefeld. Insgesamt kommen 86,5% der Besuchende*innen aus NRW und 5 % aus dem angrenzenden Niedersachsen. Auf die übrigen Bundesländer entfallen 6%, angeführt von Berlin mit 1,3%. Konstant blieb die Zahl der ausländischen Gäste, ihr Anteil liegt bei 2,5%.

Dank

Marta Förderer
Hansestadt Herford, Marta Freunde und Förderer e.V.

Corporate Premium Partner
Sparkasse Herford, Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG

Corporate Partner
imos AG, inometa GmbH, Peter-Lacke GmbH, Schaper Elektrotechnik GmbH & Co. KG, Brax Leineweber GmbH & Co. KG

Gründungspartner
Das Land Nordrhein-Westfalen, Hansestadt Herford

Medien- und Werbepartner
Zeitungsverlag Neue Westfälische GmbH & Co. KG, Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG, fine print – digital druck GmbH, T+A elektroakustik GmbH & Co. KG

Kulturpartner
WDR 3

Marta Patronatsfonds für Neue Kunst
Archidea Immobilien-u. Projektentwicklungs GmbH & Co KG, COR Sitzmöbel Helmut Lübke GmbH & Co. KG, Leo Lübke, Sparkasse Herford, Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG

Förderer für Investition und Instandhaltung
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Kunst & Kultur / Marta Herford / Frank Gehry / Ausstellungen / zeitgenössische Kunst / Architektur / ars viva-Preis
[lifepr.de] · 12.01.2026 · 17:47 Uhr
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