Israels Geisel-Abkommen in der Schwebe: Politische Spannungen behindern Fortschritte
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat neue Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln im Gazastreifen angekündigt, wobei heute eine Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts stattfindet. Diese Sitzung könnte sich mit den aktuellen Bemühungen um ein Geiselabkommen und einem geplanten Militäreinsatz in der Stadt Gaza befassen. Allerdings bleiben spezifische Details der Sitzung zunächst unklar.
Die Hamas hatte unlängst einem von Ägypten und Katar vorgeschlagenen Waffenstillstand zugestimmt, der auf eine 60-tägige Ruhepause ausgerichtet ist und die Freilassung von Geiseln gegen palästinensische Häftlinge umfasst. Israels politische Führung, angeführt von Netanjahu, verfolgt jedoch ein umfassenderes Abkommen, das die Befreiung aller Geiseln, die Entwaffnung der Hamas und die Sicherung der israelischen Kontrolle über Gaza vorsieht.
Kritiker werfen Netanjahu vor, mit seiner harten Haltung ein Abkommen zu erschweren. Während der Premierminister erklärt, sofortige Verhandlungen zu den aus israelischer Sicht akzeptablen Bedingungen aufgenommen zu haben, bleibt der Zeitpunkt für neue Verhandlungen unklar. Zugleich hat Netanjahu den Plan der Armee für eine militärische Operation in Gaza gebilligt.
Dennoch warnt der israelische Generalstabschef Ejal Zamir vor den Risiken einer solchen Operation. Er sieht in dem verbesserten Vorschlag von US-Sondergesandtem Steve Witkoff eine gangbare Lösung und mahnt zur Annahme, um die Gefährdung der Geiseln durch mögliche Gewaltakte der Hamas zu verhindern.
Am Dienstag sind Protestaktionen von Angehörigen der Geiseln geplant, die auf die dringende Notwendigkeit einer Lösung drängen. Mit der landesweiten Aktion „Israel steht zusammen“ möchten sie die Rückkehr ihrer Liebsten erreichen, wobei eine zentrale Kundgebung in Tel Aviv den Abschluss dieses Protesttages bildet. Die Spannung und das Engagement der Bevölkerung bleibt ungebrochen, wie die jüngste Demonstration Hunderttausender Israelis zeigt.

