Israelische Minister fordern Wiederbesiedlung des Gazastreifens
Bei einer Konferenz in Jerusalem haben Teilnehmer am Sonntag die Wiederbesiedlung des Gazastreifens durch Israel gefordert. Unter den Teilnehmern waren nach Medienberichten auch mehrere Minister der rechtskonservativen Regierungspartei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir ging noch weiter und forderte auch dazu auf, eine 'Abwanderung der Palästinenser zu ermutigen'. Dies sei seiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, weitere Massaker wie am 7. Oktober zu verhindern.
Netanjahu selbst hatte diese Forderungen als unrealistisch bezeichnet und die Konferenz als 'schädlich' bezeichnet. Unterstützung erhielt er auch von Oppositionsführer Jair Lapid, der auf der Plattform X schrieb: 'Die schädlichste Regierung in der Geschichte des Landes hat heute Abend einen neuen Tiefpunkt erreicht.' Er bezeichnete es als Schande für Netanjahu und dessen Likud-Partei, dass sie von Radikalen mitgeschleift würden.
Der Gazastreifen wurde 2005 von Israel geräumt, jedoch kontrolliert Israel bis auf einen Grenzübergang alle Zugänge und die Vereinten Nationen betrachten das Gebiet weiterhin als besetzt. Israel hingegen sieht den Abzug 2005 als Beendigung der Besatzung an. Im Jahr 2007 übernahm die islamistische Hamas die alleinige Kontrolle über das Küstengebiet nach einem blutigen Kampf mit der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Daraufhin verschärften Israel und Ägypten die Blockade des Gazastreifens. Heutzutage leben rund 2,2 Millionen Palästinenser in dem Gebiet. (eulerpool-AFX)

