Ethereum: Analyst warnt vor möglichem Kursrückgang trotz positiver On-Chain-Daten

Ethereum hat seit Ende März um mehr als 25% zugelegt und nähert sich damit den oberen Grenzen seines jüngsten Erholungsbereichs. Diese Bewegung hat die Marktstimmung positiv beeinflusst. Ein Analyst von CryptoQuant weist jedoch auf eine Divergenz in den On-Chain-Daten hin, die das bullische Bild trübt und Fragen aufwirft, die der Kurs allein nicht beantworten kann.
Der Analyst untersucht das Exchange Supply Ratio, ein Indikator, der das Verhältnis zwischen dem Angebot auf Börsen und dem breiteren Markt misst. Historisch gesehen geht ein starker Rückgang dieses Verhältnisses oft mit Kursrückgängen einher, die einen Boden bilden. Der Grundgedanke ist einfach: Ein sinkendes Angebot auf Börsen bedeutet weniger Coins, die sofort verkauft werden können, was den Verkaufsdruck reduziert und signalisiert, dass der Markt sich einem Unterstützungsbereich nähert.
Aktuell zeigt das Diagramm dieses Muster – jedoch nur zur Hälfte. Das Verhältnis ist erneut auf niedrige Werte gefallen, was die Reduzierung des Angebots auf Börsen bestätigt. Was fehlt, ist der entsprechende Kursrückgang, der historisch damit einhergeht. Stattdessen hält sich der Ethereum-Kurs weiterhin auf relativ hohem Niveau.
Das Verhältnis hat einen Boden erreicht, der Kurs jedoch nicht. Diese Lücke neigt dazu, sich zu schließen
Die Interpretation des Analysten von CryptoQuant ist direkt und vereinfacht nicht unnötig, was die Daten beschreiben. Die Reduzierung des Angebots, die das Exchange Supply Ratio verfolgt, hat bereits stattgefunden – dieser Teil der historischen Abfolge ist abgeschlossen. Was nicht eingetreten ist, ist die entsprechende Kursbewegung, die historisch damit einhergeht. Der Markt hat das Signal erhalten, aber noch nicht so reagiert, wie es das Muster nahelegt.
Der Analyst bietet eine spezifische Erklärung für die Verzögerung. Der Einfluss von Derivaten kann Preise auf einem Niveau halten, das die zugrunde liegende Spotmarktstruktur allein nicht stützen würde. Wenn gehebelte Positionen künstliche Nachfrage schaffen – Gebote, die aufgrund von geliehenem Kapital und nicht aus echter Kaufüberzeugung bestehen – kann der Preis länger widerstandsfähig bleiben, als es die On-Chain-Daten nahelegen. Diese Widerstandsfähigkeit ist keine Widerlegung des Signals, sondern eine Verzögerung seiner Auflösung.
Die historische Aufzeichnung dieser Divergenzen ist konsistent. Sie neigen nicht dazu, sich nach oben aufzulösen, indem der Preis steigt, um das erhöhte Niveau zu rechtfertigen. Sie neigen dazu, sich nach unten aufzulösen, indem der Preis fällt, um sich dem Niveau anzupassen, das das Verhältnis vorgibt. Die Lücke zwischen der aktuellen Position des Verhältnisses und der aktuellen Position des Preises ist die Distanz, die der Markt möglicherweise zurücklegen muss, bevor die beiden wieder in Einklang stehen.
Der Anstieg von Ethereum um 25% seit Ende März ist real. Die Warnung des Analysten besteht nicht darin, dass die Erholung falsch war – sondern dass der Preis möglicherweise noch den Bodenbildungsprozess abschließen muss, den das Verhältnis bereits signalisiert hat. Der Rückgang könnte verzögert sein. Laut den Daten ist er wahrscheinlich nicht aufgehoben.
Ethereum erobert Struktur zurück, steht aber vor erheblichem Widerstand
Ethereum wird nahe $2,280 gehandelt, nachdem es sich aus dem Bereich unter $2,000 erholt hat. Der Wochenchart zeigt jedoch einen Markt, der weiterhin zwischen Erholung und strukturellem Widerstand gefangen ist. Der jüngste Anstieg hat den 50-Wochen-Durchschnitt zurückerobert, eine konstruktive Entwicklung, doch der Preis bleibt unter dem 100-Wochen- und 200-Wochen-Durchschnitt, die weiterhin seitwärts bis abwärts tendieren.
Diese Positionierung ist von Bedeutung. Historisch gesehen treten nachhaltige bullische Expansionen auf, wenn Ethereum diese höheren Zeitrahmen-Durchschnitte zurückerobert und hält. Bis dies geschieht, neigen Rallyes dazu, sich als Erholungsbewegungen innerhalb eines breiteren Konsolidierungs- oder Verteilungsbereichs zu verhalten.
Die Zone von $2,200–$2,300 fungiert nun als Drehpunkt. Sie diente zuvor als Unterstützung während der Struktur von 2024 und wird derzeit von unten erneut getestet. Die Fähigkeit des Marktes, dieses Niveau zu halten, wird bestimmen, ob die jüngste Bewegung sich zu einer Trendwende entwickelt oder in ein weiteres niedrigeres Hoch übergeht.
Das Volumen bestätigt noch keine starke Überzeugung. Während der Anstieg von den Tiefstständen scharf war, war die Anschlusskäufe im Vergleich zu früheren impulsiven Phasen relativ verhalten, was auf eine vorsichtige Teilnahme hindeutet.
Ein Ausbruch über $2,600 würde die Struktur entscheidend verschieben und den Weg in Richtung $3,000 öffnen. Ein Scheitern, $2,200 zu halten, würde Ethereum erneuten Abwärtsbewegungen aussetzen, wobei $1,900 als nächste große Unterstützungszone fungiert.

