Iranische Atomanlagen: Trump und Netanjahu widersprechen Geheimdienstberichten
US-Präsident Donald Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu suchen sich zu den Berichten über die Bombardierung iranischer Atomanlagen in Abwehrhaltung. Entgegen der ursprünglichen Aussagen, die von einer völligen Zerstörung der Atomanlagen sprachen, legen geheime Informationsquellen nahe, dass die Schäden geringer als behauptet sind. Berichte von CNN und der 'New York Times' stützen sich auf Quellen aus dem US-Militärgeheimdienst, die besagen, dass das iranische Atomprogramm lediglich um einige Monate verzögert wurde.
Trump reagierte prompt und bezeichnete die Berichte als 'Fake News', bekräftigte die vollständige Zerstörung und nannte die militärische Aktion eine 'perfekte Operation'. Auf einem NATO-Gipfel in Den Haag vertrat er vor Journalisten die Ansicht, es sei eine 'totale Auslöschung' der Anlagen erfolgt. Das Weiße Haus veröffentlichte zudem eine Erklärung der Israelischen Atomenergiekommission, die die erfolgreiche Zerstörung der Iran-Infrastruktur und deren Auswirkungen auf das Atomprogramm betonte.
Netanjahus Büro schloss sich dieser Darstellung an. Auch die israelische Armee ist der Meinung, dass die Angriffe das iranische Atomprojekt erheblich gebremst haben. Dennoch räumte ein Militärsprecher ein, dass die Auswirkungen noch untersucht werden und es zu früh sei, ein umfassendes Urteil zu fällen. Derweil bleibt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zurückhaltend in Fragen eines Zeitpunktes für den Wiederaufbau seitens des Iran.
Rafael Grossi, der Leiter der IAEA, betonte die Fähigkeit des Irans, Atomanlagen wiederherzustellen, wenn auch ein zeitlicher Rahmen unklar bleibe. Weiterhin sei der Verbleib von beinahe waffenfähigem Uran von Interesse, nachdem Teile der Uran-Infrastruktur die Angriffe überstanden haben. Die Wiederaufnahme der Inspektionen sei dringend notwendig, auch wenn die Durchführung durch den aktuellen Konflikt erschwert wird.
Die Entscheidung des iranischen Parlaments, die Zusammenarbeit mit der IAEA auszusetzen, heizt die Spannungen weiter an. Während sich Teheran auf friedliche Absichten beim Urananreicherungsvorhaben beruft, wächst in vielen Ländern die Sorge eines immer näher rückenden atomaren Fertigungspotentials.

