Intergalactic: Überstunden bei Naughty Dog, um Sony endlich eine Demo zu zeigen
Bei Naughty Dog scheint der Druck hinter den Kulissen deutlich zu steigen. Laut einem neuen Bericht von Bloomberg (hinter einer Paywall) hat das Studio seine Entwickler zuletzt zu mehrwöchigen Pflicht-Überstunden verpflichtet, um das ambitionierte Sci-Fi-Projekt Intergalactic: The Heretic Prophet wieder auf Kurs zu bringen.
Dem Bericht zufolge mussten Mitarbeiter über einen Zeitraum von sieben Wochen hinweg zusätzliche Arbeitsstunden leisten, während das Team an einer internen Demo für Sony arbeitete. Diese Maßnahme soll notwendig geworden sein, nachdem das Projekt mehrere interne Meilensteine verpasst hatte.
Ziel des Crunches war demnach nicht das gesamte Spiel, sondern konkret die Fertigstellung einer präsentationsreifen Demo für den Publisher.
Überstunden wegen Demo, nicht wegen Release
Wichtig ist dabei: Intergalactic befindet sich noch vergleichsweise früh in der Entwicklung. Das Spiel wird aktuell für einen Release Mitte 2027 erwartet. Die Überstunden stehen also weniger im Zusammenhang mit dem finalen Produkt, sondern vielmehr mit dem internen Erwartungsdruck, Sony frühzeitig einen greifbaren Fortschritt zu zeigen.
Zusätzlich zu den Überstunden sollen die Mitarbeiter darüber informiert worden sein, dass Naughty Dog bis Ende Januar wieder zu einer verpflichtenden Drei-Tage-Büroanwesenheit pro Woche zurückkehrt. Auch das deutet darauf hin, dass das Studio derzeit versucht, mehr Kontrolle und Stabilität in die Entwicklung zu bringen. Das ist nicht neu in der Branche. Selbst Größen wie Rockstar Games setzen auf Büroanwesenheit, um bei der Entwicklung mehr Fortschritte zu erzielen.
Keine Stellungnahme von Sony oder Naughty Dog
Weder Naughty Dog noch Sony haben den Bloomberg-Bericht von Gaming-Insider Jason Schreier bislang öffentlich kommentiert. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Das sorgt wenig überraschend für Diskussionen, denn das Thema Crunch ist in der Spielebranche seit Jahren hochsensibel, gerade bei Studios mit dem Ruf von Naughty Dog. Das Studio hatte sich in der Vergangenheit mehrfach bemüht, aus dem Schatten früherer Crunch-Berichte herauszutreten. Umso brisanter ist es, dass ausgerechnet das erste neue Original-IP seit The Last of Us nun wieder mit Überstunden in Verbindung gebracht wird.
Das kommende Intergalactic: The Heretic Prophet ist für Naughty Dog mehr als nur ein neues Spiel. Es markiert einen kreativen Neuanfang, nachdem das Studio jahrelang fast ausschließlich an „The Last of Us“-Ablegern, Remakes und Support-Projekten gearbeitet hat. Entsprechend hoch sind die Erwartungen. Intern wie extern. Dass Sony hier offenbar früh Druck macht, überrascht kaum. Der Titel gilt als eines der großen Prestige-Projekte für die zweite Hälfte der aktuellen PlayStation 5-Laufbahn. Gleichzeitig zeigt der Bericht aber auch, wie schwierig es selbst für eines der renommiertesten Studios der Branche geworden ist, große AAA-Projekte reibungslos umzusetzen.
Das neue Spiel von den Machern von The Last of Us soll Mitte 2027 erscheinen.



