Inflation trotzt in Deutschland der Zwei-Prozent-Hürde
Die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Inflation in Deutschland im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent gestiegen ist, ein unverändertes Niveau seit Oktober. Damit bleibt die Inflationsrate den vierten Monat in Folge über der prägnanten Zwei-Prozent-Marke, was nach Einschätzung von Volkswirten vorerst bestehen bleiben dürfte.
Ursächlich für diesen Trend sind vor allem die deutlichen Preissteigerungen im Dienstleistungssektor, die auf Personalknappheit und Lohnerhöhungen zurückzuführen sind. In diesem Bereich stiegen die Preise im November um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders bemerkbar machte sich diese Entwicklung bei den Inlandspauschalreisen, die um 12 Prozent teurer wurden, und den Bahntickets mit einem Anstieg von 11,9 Prozent.
Auf der anderen Seite hat sich der Aufwärtstrend bei den Lebensmittelpreisen etwas entschleunigt und zeigt lediglich eine Steigerung von 1,2 Prozent. Dennoch liegen viele Lebensmittelpreise weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Corona-Krise. Die Preise für Obstkonserven, Kaffee, Schokolade sowie Rind- und Kalbfleisch erlebten erhebliche Anstiege von bis zu 27,5 Prozent. Einen Lichtblick bietet der Buttermarkt, wo die Preise um 22 Prozent gesunken sind.
Die Energiepreise brachten kaum Erleichterung, mit einem marginalen Rückgang von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wichtige Kennzahlen zur Kerninflation, die volatilen Preise für Nahrung und Energie ausschließen, reduzierten sich leicht von 2,8 auf 2,7 Prozent, bleiben aber weiterhin im hohen Bereich, was auf anhaltend überdurchschnittliche Preissteigerungen in anderen Güterkategorien hinweist.

